PfadnavigationHomePolitikDeutschlandTreffen in Portugal„Das rechte Vorfeld in Europa“ – AfD-Politiker besuchen internationalen „Remigrationsgipfel“Stand: 10:03 UhrLesedauer: 3 MinutenMartin Sellner und AfD-Politikerin Lena Kotré bei einem Vortrag im JanuarQuelle: Frank Hammerschmidt/dpaMehrere AfD-Politiker haben an einem internationalen „Remigrationsgipfel“ in Portugal teilgenommen, der vom österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner mitorganisiert wurde. Auch ein bekannter US-Amerikaner nahm teil.An einem internationalen „Remigrationsgipfel“ im portugiesischen Figueira da Foz haben mehrere AfD-Politiker teilgenommen. Das Treffen südlich von Porto wurde mitorganisiert vom österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner, der bereits 2024 mit dem Treffen und einem Vortrag in Potsdam für Aufsehen gesorgt hatte. Bei der Veranstaltung kamen laut dem Nachrichtenportal „Politico Europe“ (gehört wie WELT zu Axel Springer) rund 500 Aktivisten und Influencer aus Europa, den USA und Kanada zusammen.Zu den deutschen Teilnehmern zählten der AfD-Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk, der nach eigenen Worten als „Beobachter“ dort war, die brandenburgische AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré, die auch eine Rede hielt, sowie laut „Politico“ Sven Tritschler, AfD-Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Aus Österreich stand vor allem Sellner im Mittelpunkt, der seit Jahren für das Konzept „Remigration“ wirbt. Darunter versteht er nicht nur Abschiebungen. Sellner bezieht auch Staatsbürger mit Migrationshintergrund in sein Konzept ein, wenn diese sich nicht assimiliert (angeglichen oder angepasst) hätten. Er will sie nach eigenen Angaben zwar nicht abschieben lassen, aber mit Druck dazu bewegen, zu gehen. Das Bundesverwaltungsgericht sieht in seinen Ideen einen Verstoß gegen die vom Grundgesetz geschützte Menschenwürde.Sellner war bis 2023 Sprecher der österreichischen rechtsextremen Identitären Bewegung. Die Bewegung steht auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD. Anfang des Jahres distanzierte sich der AfD-Bundesvorstand von dem Österreicher und forderte alle Mitglieder auf, keine Veranstaltungen mit ihm durchzuführen. Laut Verfassungsschutz vertritt die Identitäre Bewegung die Ideologie des „Ethnopluralismus“, die auf der Vorstellung einer staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung in einem ethnisch und kulturell homogenen Staat basiert. „Diese Vorstellung läuft letztlich auf die Schaffung ethnisch definierter Gesellschaften und damit die Ausweisung aller ‚Volksfremden‘ hinaus“, schreibt der Verfassungsschutz.Mit einer Europäischen Bürgerinitiative, einem Instrument der EU zur politischen Teilhabe, fordern Sellner und die niederländische Aktivistin Eva Vlaardingerbroek in einem Video von der EU einen „vollständigen und umfassenden Stopp der Einwanderung aus nicht-westlichen Ländern, sowohl der legalen als auch der illegalen“. Und weiter: „Fortan kommt niemand mehr rein, und Millionen gehen raus.“Prominenter Gast aus den USAAls weitere Gäste nahmen nach Angaben von „Politico“ unter anderem der frühere „commander at large“ der US-Grenzschutzbehörde, Gregory Bovino, und der US-amerikanische Nationalist Jared Taylor an dem Treffen teil.„Ich freue mich sehr, hierherzukommen und den Europäern mit meinem Fachwissen zur Seite zu stehen“, um gegen „illegale Einwanderer, die die europäische Kultur zerstören“, vorzugehen, sagte Bovino laut „Politico“. Bovino war nach zwei Vorfällen mit tödlichen Schüssen von Grenzschützern auf US-Bürger in Minneapolis als Einsatzleiter abgezogen worden und ging dann vorzeitig in den Ruhestand.In einem Interview mit dem AfD-nahen „Deutschlandkurier“ nannte Kotré das Treffen eine „wunderbare Konferenz“. „Das rechte Vorfeld in Europa muss unterstützt werden“, sagte sie. „Wir brauchen alle Kräfte, wir müssen Kräfte bündeln. Wenn wir uns zerstreiten, wenn wir uns distanzieren, dann können wir nicht gewinnen.“ Remigration gelinge nur, wenn man zusammenhalte.Der kanadische Aktivist Daniel Tyrie betonte gegenüber „Politico“, er sehe sich nicht als hasserfüllten Menschen an. „Ich spucke keine dunkelhäutigen Menschen an, weil sie in meinem Land sind. Ich finde nur nicht, dass sie hierhergehören.“ll