Rund 600 völkische Aktivisten, rechtspopulistische Politiker und rechtsextreme Influencer haben sich am Samstag bei einem internationalen „Remigrationsgipfel“ in Portugal versammelt. Hauptredner des Treffens war der Kopf der Identitären Bewegung, Martin Sellner. Auch drei prominente AfD-Politiker nahmen an dem Gipfel teil. Laut Bundesverfassungsschutz vertreten die Identitären das Konzept des Ethnopluralismus: Völker besäßen demnach unveränderliche kulturelle Identitäten, die vor fremden Einflüssen zu schützen seien. Jede Ethnie solle demnach abgegrenzt voneinander in ihrer jeweiligen Heimat leben. „Diese Vorstellung läuft letztlich auf die Schaffung ethnisch definierter Gesellschaften und damit die Ausweisung aller ‚Volksfremden‘ hinaus“, so die Behörde. Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Teilnehmer der Versammlung war auch der frühere US-amerikanische Chef der Grenzschutzbehörde CBP, Gregory Bovino. Er war im Januar 2026 nach dem tödlichen Einsatz seiner Einheit gegen eine 37-jährige Krankenschwester in Minneapolis entlassen worden und hatte zuvor Massenrazzien gegen Einwanderer verantwortet. Am Rande der Konferenz sagte Bovino, er sei „sehr froh“, den Europäern dabei zu helfen, „illegale Ausländer zu bekämpfen, die die europäische Kultur zerstören.“ AfD-Politikerin tritt auf der Bühne auf Ebenfalls angereiste Journalisten wurden zum Teil nicht in das Gebäude gelassen und auf den Parkplatz verwiesen. Zeitweise flog eine Drohne aggressiv auf eine Reporterin zu, wie „Politico“ berichtete. Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Der AfD-Vizechef und Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk gab an, lediglich als „Zuhörer“ und „Besucher“ teilzunehmen, während die brandenburgische Landtagsabgeordnete Lena Kotré auf der Bühne des Gipfels auftrat. Auch wurde Sven Tritschler, AfD-Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags, von Politico gesichtet. Kotré lobte das Vorgehen von Bovino und der US-Grenzschutzbehörde ICE. Bovino habe „durch seine öffentlichkeitswirksame Amtsführung Millionen Illegale in den USA zur freiwilligen Ausreise motiviert“. Dabei beschreibt Kotré mit blumigen Worten eine Kampagne der staatlichen Einschüchterung und Gewalt gegen Migranten. Bovinos „Amtsführung“ umfasste militärisch inszenierte Massenrazzien in Wohngebieten, die regelmäßige Missachtung von Gerichtsurteilen und das Eindringen in Wohnungen ohne Durchsuchungsbefehle. AfD-Führung will sich nicht offen mit Sellner zeigen Der AfD-Bundesvorstand hatte Sellner-Auftritte mit der Partei Anfang des Jahres als problematisch bezeichnet – auch weil gemeinsame Veranstaltungen der Partei in laufenden Verfassungsschutz-Verfahren negativ ausgelegt werden könnten. Dennoch war etwa Kotré seitdem auch in Brandenburg mit Sellner aufgetreten. Kotré und Gottschalk stellten in Interviews die massenhafte Abschiebung von Millionen Menschen als Allheilmittel für Wohnungsmarkt, Bildungssystem und Gesellschaft dar. Der kanadische Aktivist Daniel Tyrie betonte, er sehe sich nicht als hasserfüllten Menschen an. „Ich spucke keine dunkelhäutigen Menschen an, weil sie in meinem Land sind. Ich finde nur nicht, dass sie hierher gehören“, sagte Tyrie zu Politico. Sellner kündigte auf dem Gipfel die Gründung eines „Instituts für Remigration“ an, das Politiker, Forscher und Journalisten vernetzen sowie europaweite Kampagnen koordinieren soll. Ziel sei es letztlich, die „ethnokulturelle Kontinuität Europas“ zu sichern, jedwede legale oder illegale Migration nach Europa zu stoppen – und „Millionen“ von nicht-westlichen Migranten vom Kontinent zu entfernen. „Niemand kommt rein und Millionen fliegen raus“, sagte die niederländische Aktivistin Eva Vlaardingerbroek in einem Video mit Sellner. (Tsp)
„Niemand kommt rein und Millionen fliegen raus“: AfD-Politiker besuchen internationalen Gipfel zu Remigration
Kay Gottschalk und Lena Kotré vernetzen sich in Portugal mit Martin Sellner und dem ehemaligen US-Grenzschutzchef Greg Bovino. Sellner kündigt einen neuen Plan an.









