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Die Toten Hosen veröffentlichen ein neues Studioalbum. Es soll ihr letztes sein. Ein Gespräch mit Sänger Campino über Abschiede und Abstiege, Vaterfreuden, sein Treffen mit König Charles sowie Duette mit Wolf Biermann und Vicky Leandros.

Campino sitzt im ersten Stock des Hauptquartiers der Toten Hosen in Düsseldorf-Flingern, als hätte er vergessen, dass nebenan längst seine Band auf ihn wartet. Draußen ein ehemaliges Industrieviertel, drinnen Backstein, Glas, Goldene Schallplatten. Eine Mitarbeiterin kommt irgendwann herein und erinnert daran, dass im Gebäude gegenüber die Probe beginnen soll. Campino nickt höflich – und redet dann trotzdem noch eine weitere halbe Stunde. Fast zweieinhalb Stunden dauert dieses Gespräch am Ende. Es wird weniger ein Interview als eine Art Lebensbilanz.

An der Wand hängt die riesige Originalzeichnung des Covers von „Auf dem Kreuzzug ins Glück“ von 1990, dem ersten Nummer-eins-Album der Band. Das Motiv ist dem Gemälde „Bobr“ von Christian Wilhelm von Faber du Faur von 1812 nachempfunden, das den katastrophalen Rückzug der napoleonischen Armee aus Russland zeigt: Soldaten im Schnee, erschöpft, frierend, halb besiegt. Für das Hosen-Cover wurden daraus die Mitglieder der Band selbst. Eine verlorene Armee auf dem Weg ins Glück. Mehr als dreißig Jahre später wirkt das Bild wie eine Vorahnung auf das, worüber Campino an diesem Nachmittag spricht.