Der frühere Chef der US-Notenbank (Fed), Jerome Powell (73), hat vor einer Politisierung der Zentralbank gewarnt. In seiner ersten öffentlichen Rede seit dem Ende seiner Amtszeit als Fed-Vorsitzender sagte Powell am Sonntag, demokratische Institutionen wie die Notenbank, Gerichte und Universitäten seien derzeit einem Stresstest ausgesetzt. Wenn eine Regierung einen Weg finde, Fed-Vertreter wegen politischer Differenzen zu entlassen, würden künftige Regierungen dies ebenfalls tun, sagte Powell bei der Verleihung des „John F. Kennedy Profile in Courage“-Preises. Die Öffentlichkeit würde dann das Vertrauen verlieren, dass die Notenbank ihre Entscheidungen ausschließlich im besten Interesse aller US-Bürger treffe. Er äußerte sich in seiner Rede nicht zur aktuellen Geldpolitik oder den wirtschaftlichen Aussichten.Powells achtjährige Amtszeit als Fed-Chef war am 15. Mai zu Ende gegangen. Sein Nachfolger Kevin Warsh (56) wurde am 22. Mai vereidigt. Powell entschied sich jedoch, weiterhin als Mitglied des Fed-Gouverneursrats im Amt zu bleiben. Er begründete diesen Schritt unter anderem mit anhaltenden Bedrohungen für die Unabhängigkeit der Fed. Die Entscheidung verhindert zugleich, dass US-Präsident Donald Trump (79) vorerst ein weiteres Mitglied in das Gremium berufen kann. Trump hatte in der Vergangenheit versucht, Fed-Gouverneurin Lisa Cook (62) zu entlassen, Powells Rücktritt gefordert und strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn eingeleitet. Die Struktur der Fed soll sicherstellen, dass geldpolitische Entscheidungen frei von politischen Erwägungen getroffen werden.
Ex-Fed-Chef Powell warnt vor politischer Einmischung bei Fed
Sein Amt hat der ehemalige Fed-Chef weitergegeben, seine Meinung zur Zukunft der US-Notenbank tut Jerome Powell trotzdem kund. Auch neue Signale zur nächsten Zinsentscheidung dürften US-Präsident Donald Trump nicht gefallen.















