Es kommt selten vor, dass sich Menschen beklagen, wenn sie Geld vom Staat bekommen. Die Riester-Rente hat das geschafft. Millionen Sparer sind unzufrieden mit ihrer vom Staat geförderten privaten Altersvorsorge. Verständlicherweise. Denn eine Untersuchung der Finanz-NGO Finanzwende belegt, was viele Bürger anhand ihrer Abrechnungen bereits seit Langem vermuten: Die Riester-Rente ist zu teuer und wirft, gemessen an den mehr als 60 Milliarden Euro, die der Staat seit Förderbeginn im Jahr 2002 gezahlt hat, viel zu wenig ab.Zwei Drittel der Riester-Renten, so haben die Verbraucherschützer herausgefunden, schaffen noch nicht einmal zwei Prozent Rendite. Inflationsbereinigt machen Sparer also Miese. Das liegt an den hohen Kosten, die die Anbieter für sich abzwacken, und an der Beitragsgarantie, die dazu führt, dass die Einzahlungen in renditearme, sichere Anlagen fließen. Konsequenz: Um das eingezahlte Geld samt Inflationsausgleich herauszuholen, müssten Riester-Sparer im Schnitt 99 Jahre alt werden. Man kann das Riester-Kapital ab 2027 auf einen neuen geförderten Altersvorsorgevertrag übertragen.Viele Menschen glauben nachvollziehbarerweise nicht, dass sie dieses hohe Alter erreichen, und steigen vorher aus. Der Bestand an Verträgen schwindet, im Jahr 2024 waren es nicht einmal mehr 15 Millionen. Ein Fünftel bis ein Viertel von ihnen wird nicht mehr bespart, Millionen Verträge sind bereits gekündigt und tauchen in gar keiner Statistik mehr auf.