Wer nach Neuigkeiten googelt zur Frage „Was soll ich mit meinem Riester-Vertrag tun?“, der ahnt die Misere schon. „Riester-Frust? So können Sie sich wehren“, lautet da etwa eine Schlagzeile an vorderer Stelle. „Riester-Rente war die unnötigste Investition“ eine andere. Die allgemeine Skepsis gegen private Altersvorsorge per Riester-Modell spiegelt sich auch im Handeln der Bürger wider. Nach Daten des Internetportals Finanztip, das sich auf Angaben der Deutschen Rentenversicherung stützt, haben Sparer in Deutschland dieses Jahr, Stand 8. August, schon fast 220 000 Riester-Verträge gekündigt. Die Daten lagen der Süddeutschen Zeitung vorab vor.
Damit steuert die Zahl der Kündigungen auf einen neuen Rekordwert zu, im vergangenen Jahr hatten sich die Vertragsbeendigungen auf rund 266 000 summiert. Und das, während die Politik intensiv darüber diskutiert, dass die Bürgerinnen und Bürger mehr privat fürs Alter vorsorgen müssten, wenn sie ihren Lebensstandard als Ruheständler auch nur annähernd halten oder Altersarmut vermeiden wollen. Die Menschen sollten demnach mehr auf Riester-Verträge (oder andere private Vorsorge) setzen, nicht auf weniger. „Die Riester-Rente startete vor fast 25 Jahren mit dem Versprechen, die Rentenlücke zu schließen und den Menschen eine verlässliche Altersvorsorge zu bieten“, sagt Saidi Sulilatu, Chefredakteur von Finanztip. „Dieses Vorhaben ist gescheitert.“ Das Internetportal Finanztip ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung, deren Stiftungszweck die Finanzbildung von Verbrauchern ist.






