Die gesetzliche Rente reicht nicht, wenn man seinen Lebensstandard im Alter auch nur einigermaßen halten will, das zeichnet sich schon lange ab. Deshalb hat die Politik bereits vor mehr als zwanzig Jahren dafür geworben, zusätzlich privat vorzusorgen – und mit der Riester-Rente ein Angebot gemacht, das sie mit Milliarden Euro fördert. Die Altersvorsorge der Menschen, so die Idee, solle auf drei Säulen ruhen: der gesetzlichen Rente, den Betriebsrenten und der privaten Vorsorge. Doch die private Vorsorge ist keine Säule, sondern allenfalls eine dünne Stütze.
Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Demnach machen Einkommen aus privater Vorsorge im Schnitt nur rund sechs Prozent der Bruttoeinkommen im Alter aus. Dieser Anteil umfasst neben den Zahlungen aus Riester-Verträgen auch solche aus anderen privaten Renten- und Lebensversicherungen sowie Zinseinkünfte und Einkommen aus Vermietung und Verpachtung; einmalige Auszahlungen, etwa aus Kapitallebensversicherungen, sind nicht berücksichtigt. Das heißt, Riester-Renten machen ihrerseits nur einen Teil der rund sechs Prozent aus.
„Die Riester-Rente schützt nicht vor Altersarmut. Sie spielt nur eine marginale Rolle in der Altersvorsorge, vor allem bei den kleinen und mittleren Einkommen“, sagt der Grünen-Bundestagsabgeordnete Stefan Schmidt. Er ist Berichterstatter seiner Fraktion für die private Altersvorsorge im Finanzausschuss. Schmidt wirft der Koalition vor, sich sträflich viel Zeit zu lassen für Korrekturen an der privaten Altersvorsorge und fordert eine schnelle Reform.







