Noch bevor der erste Schlag landet und der Boden des Boxrings unberührt ist, verrät der Parkplatz vor der Magdeburger Messehalle, dass SES Boxing mehr ist als ein gewöhnlicher Sportabend. Zwischen Porsche, BMW und Mercedes strömen Männer in Anzügen, Frauen in hohen Absätzen und engen Kleidern Richtung Eingang. Wer hier nur eine Reihe von Boxkämpfen erwartet, merkt schnell: Hier geht es fast noch mehr um das Drumherum.
SES Boxing fühlt sich gleichzeitig wie Sportveranstaltung, Society-Event und Volksfest an. In der großen Halle ist es warm, es riecht nach Turnhalle und tausenden Parfums. Blaues Licht taucht die vielen Stuhlreihen in eine fast künstliche Atmosphäre. In der Mitte thront der Boxring – die Bühne des Abends.
Nur Show oder auch Sportbegeisterung?
Noch aber ist der Fokus vieler Besucher nicht auf den Ring gerichtet. Vor den Bierständen bilden sich kleine Gruppen, draußen wird geraucht. Nach Bratwurst und Bier folgt für viele die Zigarette. Immer wieder klackern hohe Absätze über den Hallenboden. Während die ersten Kämpfe laufen, wirkt der Abend eher wie ein gesellschaftliches Ereignis mit Sportprogramm als eine reine Boxveranstaltung.
Das Publikum ist durchmischt. Männer dominieren zwar deutlich das Bild, doch auch Familien mit Kindern und Jugendliche sind gekommen. Viele Besucher scheinen sich zu kennen, bleiben in ihren Gruppen, suchen selten das Gespräch mit Fremden. Gleichzeitig fällt auf, wie viele Blicke durch die Halle wandern. Man schaut und wird angeschaut – es geht um Sehen und Gesehenwerden. Während sich die Boxer auf ihren nächsten Kampf vorbereiten, brüllt draußen ein Mann: „Ostdeutschland! Ostdeutschland! Ostdeutschland!“, voller Überzeugung. Lokalstolz ist an diesem Abend ohnehin allgegenwärtig. Immer dann, wenn ein Boxer aus den eigenen Reihen den Ring betritt, steigt die Lautstärke spürbar.








