Die Europäische Union (EU) feiert sich selbst. Bei einer Sondersitzung im Europaparlament in Straßburg hat sich die EU nicht nur wieder einmal als Hüterin von Frieden, Freiheit und Wohlstand präsentiert. Sie hat sich auch selbst einen Orden ausgestellt.Genau genommen waren es sogar 20 Orden, die Politikern und Persönlichkeiten für Verdienste um die europäische Einigung verliehen wurden. Es sollte eine glanzvolle Premiere werden; sogar Altkanzlerin Angela Merkel war für die Ordensverleihung angereist.
Ein Hauch von DDR
Doch was dann kam, wird nicht als Sternstunde der EU in die Annalen eingehen. Eher als peinliche Inszenierung. „Ein Hauch von DDR“ habe über der Veranstaltung gelegen, meint der BSW-Europaabgeordnete Fabio De Masi. „Die UdSSR hatte ihre Abgeordneten besser im Griff“, höhnt der Chef der Satire-„Partei“ Martin Sonneborn.
Statt Merkel, Lech Wałęsa und dem früheren EU-Chef José Manuel Barroso zu huldigen, der sich im Irakkrieg als treuer Vasall der USA erwiesen hat, schwänzten etliche Abgeordnete die Ordensverleihung. Die Parlaments-verwaltung musste die Ränge mit Mitarbeitern und Besuchern auffüllen, damit es nicht allzu leer aussah.
Man habe „Claqueure auf die Plätze unserer Abgeordneten gesetzt“, schimpft der AfD-Politiker Tomasz Froelich. „Stimmt nicht“, kontert das Parlament – die Abgeordneten hätten ganz weit vorn gesessen, außerdem sei die Plenarsitzung für die Zeremonie unterbrochen worden. Wie dem auch sei, es machte keinen guten Eindruck.









