Berlin-Kreuzberg: Baran Kok hat Bock auf einen „Skinny Bitch“-Cocktail: Wodka, Sodawasser plus Limette. Wir haben uns im Südblock verabredet, jener bodenständig glamourösen Bar mit großem Biergarten unweit vom Kottbusser Tor. Bunte Lichterketten, Discokugeln, Lametta deluxe. Baran Kok hat diesen Sommer sehr viel vor – darunter große Festivalauftritte beim Splash in Sachsen-Anhalt und in Berlin beim Lollapalooza. Jetzt nippt er aber erstmal entspannt an seinem bitter-frischen Drink.Herr Kok, Ihre EP heißt „Fag Life“, was so viel wie „Schwuchtelleben“ bedeutet. Sicher ist das aber auch eine Anspielung auf den vom amerikanischen Rapper Tupac geprägten Begriff „Thug Life“, also Gangsterleben. Sind „Schwuchteln“ die neuen Gangster?Ich finde, Schwule waren schon immer die Gangster. Gangster machen Sachen, die über Grenzen gehen und gegen gesellschaftliche Normen verstoßen – das ist genau das, was queere Menschen tun. Und HipHop war von Beginn an die Musik, um das auszudrücken. Davon abgesehen: Fast alles, was man heute feiert, kommt ursprünglich aus der Queer-Community, egal ob Make-up-Techniken aus der Drag-Szene oder Fashion-Styles sowie Beats, Video-Ästhetiken und Flow-Skills. Tanzmusik auch.
Berliner Rapper Baran Kok: „Ich bin kein Opfer – ich mache mich lieber über homophobe Leute lustig“
Baran Kok ist Deutschlands erster großer offen schwuler Rapper. Wieso sagt er Sachen lieber „auf die Fresse“ statt durch die Blume? Ein Treffen in Kreuzberg.









