Wer kennt’s nicht: Man schreibt eine E-Mail an jemanden, den man noch nicht persönlich kennt, und grübelt vor der ersten Zeile. Bloß nicht zu hölzern oder unfreundlich klingen, aber trotzdem charismatisch – gar nicht so leicht. Schließlich zählt ja der erste Eindruck! Wer seine Mails mit „Peace and blessings“ eröffnet, muss also eine ziemlich coole Socke sein. Rapper JuJu Rogers eröffnet seine Mails so.

Und der erste Eindruck trügt nicht. Mit schwarzer Lederjacke, Schlaghose, einer Menge silberner Ringe an den Fingern und St.-Pauli-Kappe über den Dreadlocks sticht Rogers auch vor dem S-Bahnhof Gesundbrunnen gleich aus der Masse heraus. Lenny Kravitz meets Fußball-Fankurve. Einen kleinen Spaziergang um das raumschiffartige Gesundbrunnen-Center und ein angenehm unkompliziertes Foto-Shooting später sitzt Rogers mit uns in einem kleinen Eck-Café. Im „roten Wedding“, wie er selbst sagt, lebt der gebürtige Schweinfurter schon lange.

„Für mich ist einfach jetzt gerade nicht dieses softe Gefühl da, von wegen: Sommer, Sonne, Sonnenschein, Hände nach oben und wir sind alle so glücklich. Sondern ich wollte so ein roughes Element.“ Lederjacke, Sonnenbrille und Käppie hat er mittlerweile neben sich abgelegt. Wie in seinen E-Mails findet Rogers auch im Interview über sein fünftes Album „Pink Guitars, Spaceships N Voodoo Dolls“ ziemlich treffende Worte. Denn man kann durchaus von einem musikalischen Bruch sprechen, den Rogers nach vier Hip-Hop-Alben vollzieht. Ein Bruch, der sich hören lassen kann.