Da werden sich viele Leser der „Bild“-Zeitung über die verpasste Chance geärgert haben, als sie in ihrem Lieblingsblatt die Korrekturmeldung gelesen haben: „Beim Gewinnspiel auf den Sport-Seiten fragten wir, ob Sie ,Hauboot-Urlaub‘ gewinnen möchten. Es muss natürlich ,Hausboot‘ heißen.“ Hätte man das doch vorher gewusst! So werden viele Leute abgeschreckt worden sein, die auf ein Hauboot verständlicherweise keine Lust hatten; unsere Welt ist auch so schon gewalttätig genug. Wir hätten auch keine Freude an Haugemeinschaften, die sich im Hauflur unter der Anleitung des Haumeisters verdingen, bis der Hauarzt kommt.Und wenn wir schon im „Fehler-Radar“ von „Bild“ unterwegs sind: „In der gestrigen Bild-Ruhrgebiet-Ausgabe haben wir die Meldung ,Immer weniger Spatzen‘ doppelt auf Seite 1 und Seite 9 gehabt.“ Immer weniger Spatzen, das ist zweifellos traurig, und da ist es auch kein Trost, dass es zumindest in der „Bild“-Ruhrgebiet-Ausgabe von ihnen wimmelt.Gibt es denn wenigstens irgendwo gute Nachrichten? Gibt es, und zwar im „Goldenen Blatt“, dessen Titelseite verspricht: „Stefan Mross & seine Eva – Es ist so weit – Die schönste Nachricht des Frühlings“. Da werden natürlich hohe Erwartungen geweckt. Fans der beiden dürften sich über ein Baby oder eine Hochzeit freuen, für Menschen wie uns, die ihr Treiben eher mit Distanz betrachten, müsste eine „schönste Nachricht des Frühlings“ schon von anderem Kaliber sein, etwa: „Stefan Mross & seine Eva beenden den Ukrainekrieg“ oder „Stefan Mross & seine Eva überweisen jedem Bundesbürger 100 Euro“. Gemeint ist vom „Goldenen Blatt“ nur leider etwas anderes: „Das attraktive Paar geht 2027 mit dem Format ,Immer wieder Stefan‘ gemeinsam auf große Schlagertournee.“ Also, wenigstens ein kleines bisschen schöner hätte die Nachricht echt sein dürfen.Der „Freizeitmonat“ macht Angela Merkel krankEine der schlimmsten Nachrichten des Frühlings wird auf dem Cover von „Freizeitmonat“ verkündet: „Angela Merkel – Schlaganfall! Oh nein, es ist schon der dritte!“ Dazu zeigt das Heft zwei Merkel-Fotos: ein Porträt sowie eines, auf dem sie auf einem Stuhl sitzt; ein gelber Pfeil führt vom Wort „Schlaganfall“ direkt zu jenem Stuhl. „Sie ist eine Kämpferin. Will sich nichts anmerken lassen. Doch zuviel ist auch für sie zuviel und der Körper schreit auf“, liest man im Text. Im Folgenden geht es um die Zitteranfälle, die Merkel erstmals 2019 hatte, in deren Folge sie eben manche Termine auf einem Stuhl sitzend wahrnahm und die sie später mit Erschöpfung und Wassermangel erklärte. „Doch nun der nächste Schock: Schlaganfall! Und zwar nicht etwa der erste, sondern schon der dritte!“, heißt es weiter – und dass es wieder „eine Person aus ihrem allernächsten Umfeld“ getroffen habe: eine „gute Schulfreundin“.Also anders als suggeriert niemanden aus Merkels allerallernächstem Umfeld, nämlich sie selbst. Da schreit nicht allein unser Körper auf, und wir können nur von Herzen alles Gute wünschen. Und zwar der betroffenen Frau, nicht aber der Zeitschrift „Freizeitmonat“, die offensichtlich ein hoffnungsloser Fall ist. Beim nächsten Betriebsausflug würde man die Redaktion glatt auf ein Hauboot schicken wollen, wenn die nicht eh schon alle einen Hau hätten.Nino de Angelo spricht über seine EhenEin nicht sehr hoffnungsvoller Fall ist für manche auch Nino de Angelo, über den wir in „Das neue Blatt“ lesen: „Vier Ehen, vier Scheidungen, unzählige Neuanfänge: ,Vielleicht liegt’s nicht nur an den anderen‘, gibt er offen zu.“ Wir würden sogar sagen: vielleicht ganz bestimmt.Sind die anderen schuld? Oder auch der eine? Nino de AngelodpaDe Angelos Sangeskollege Menowin Fröhlich hat zwar gerade die Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ gewonnen, seine daraufhin veröffentlichte Single jedoch ist, wie bei den aus „Deutschland sucht den Superstar“ hervorgegangen Superstars üblich, ein Flop – und „Die neue Frau“ fragt sich: „Fällt er jetzt in ein Loch – wieder aus Drogen?“ Das wollen wir nicht hoffen, aber wenn, dann sollte es wenigstens ein Loch voll mit Marihuana-Blättern sein, da fiele er zumindest schön weich.Über ein anderes Milieu, das gemeinhin gut abgefedert ist, druckt „Bunte“ die Schlagzeile: „Bleistift-Erbin liebt den Louis-Vuitton-Erben“. Wobei der Begriff „Bleistift-Erbin“ durchaus missverständlich ist: Mancher könnte meinen, die junge Frau aus der Faber-Castell-Familie habe wirklich nur einen mickrigen Bleistift geerbt. Da wären dann ja sogar die Altes-Kaffeeservice-von-Oma-Erben besser dran.„Was haben Sie als Ihre größte Herausforderung empfunden?“, möchte „Bunte“ diese Woche von Prominenten wissen. Sängerin Joelina Drews sagt: „Ich nehme immer gerne den schweren Weg, aber am Ende des Tages komme ich immer ans Ziel.“ Also offenbar stets dann, wenn gerade die Nacht heranbricht. Cathy Hummels wiederum sagt: „Klar gibt es Hindernisse – aber ohne einen Tiefpunkt kann man auch keinen Höhepunkt haben.“ Da würde uns interessieren, ob hier die Physikerin oder die Philosophin Hummels spricht – oder, Pardon, die Sexualwissenschaftlerin.