Nach Jahren der Zurückhaltung wegen Russlands Angriffskrieges gegen die Ukraine treten deutsche Unternehmer nun erstmals wieder offiziell beim Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg auf. „Nicht zuletzt für den Moment nach einem Waffenstillstand wollen wir wie andere große westliche Länder die wirtschaftliche Brücke nach Russland erhalten und die mehr als 100 Milliarden deutscher Vermögenswerte in Russland schützen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Matthias Schepp, der Deutschen Presse-Agentur. Amerikaner und Franzosen waren bereits seit vorigem Jahr mit einem Businessdialog präsent.

„Der Westen sollte Russland, seinen großen Markt und seine Rohstoffe nicht auf Dauer Asien überlassen“, sagt Schepp. Allein die Chinesen hätten im ersten Quartal dieses Jahres 1400 neue Unternehmen in Russland gegründet.Laut dem Programm des Sankt Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums (SPIEF) nehmen etwa der in Russland mit der Gruppe EkoNiva tätige Milchproduzent Stefan Dürr und der langjährige Geschäftsführer der Globus Holding, Thomas Bruch (76), an dem Businessdialog teil. Die Globus-Kette ist wie etwa 1600 deutsche Unternehmen nach Angaben der Kammer weiter aktiv in Russland. Ihr Umsatz lag nach Berechnungen der Kammer bei etwa 20 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.