Am Abend des DFB-Pokalfinales vergangene Woche spontan das Spiel in der Kneipe schauen? Fast unmöglich. Hier und dort wird noch das Match in einem Lokal gezeigt. Doch weil es so voll ist, stehen mehr Menschen mit Bier in der Hand auf der Straße als an den Tischen der Kneipen. In den meisten Bars sucht man vergeblich nach einem Fernseher: Die Leute sitzen gemütlich draußen, während irgendwo ein Finale läuft, das früher überall präsent gewesen wäre. In weniger als zwei Wochen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. Dass es am Brandenburger Tor dieses Jahr keine Fanmeile geben wird, ist schon bekannt. Aber was ist eigentlich mit der Berliner Fußballkneipe passiert? Bundesliga gehörte in Berlin lange selbstverständlich zur Kneipenkultur – und war vor allem unkompliziert. Ein Abo, Fernseher an, fertig. Heute wechseln die Übertragungsrechte ständig zwischen Anbietern wie Sky, DAZN, Amazon Prime oder Magenta hin und her. Wer alles zeigen möchte, muss viele Pakete gleichzeitig buchen.

Dabei sind private Streaming-Preise nicht mit den Gastronomie-Abonnements zu vergleichen. Allein ein DAZN-Abo für Bars kostet derzeit rund 399 Euro im Monat. Sky berechnet seine Preise individuell – abhängig von Größe, Lage und Kapazität der Kneipe. Dazu kommen Gebühren für Receiver, TV-Boxen, technische Umrüstung und stabile Internetverbindungen.