Viele private Vermieter in Deutschland scheuen die energetische Sanierung ihrer Immobilien. Über die Hälfte (59 Prozent) plant derzeit keine Maßnahmen wie neue Heizungen oder Dämmungen, wie eine Umfrage der DI Deutschland.Immobilien AG und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Das sind deutlich mehr als in einer Befragung vor einem Jahr (48 Prozent).Vermieter sähen sich mit zunehmenden politischen und energetischen Anforderungen konfrontiert, während zentrale Bedingungen oft unklar blieben, so die Studie, für die im Februar rund 1000 private Vermieter online befragt wurden. »Ohne klare Orientierung, realistische Anforderungen und praktikable Förderstrukturen wird die Transformation des Gebäudebestands nicht gelingen«, sagt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.In den vergangenen Jahren habe nur rund die Hälfte in energetische Maßnahmen investiert, heißt es im »Deutschland.Immobilien Vermieterreport«. Am häufigsten wurden private Vermieter bei Heizungen tätig (34 Prozent), gefolgt von Fenstern (25 Prozent) und Dämmungen (18 Prozent). Einige Vermieter hatten zudem zuletzt weiteren Druck durch das neue Heizungsgesetz beklagt. Die Kostenrisiken seien hoch, Millionen Wohnungen könnten vom Markt verschwinden, warnte kürzlich die Eigentümerlobby .Wer doch saniert, macht das nach eigenen Angaben vor allem, um langfristig Energie einzusparen (53 Prozent). Aber auch Zufriedenheit der Mieter (41 Prozent) und Wertsteigerung (38 Prozent) werden als Gründe genannt. Dabei ist zu beachten, dass Vermieter Modernisierungskosten zu einem großen Teil auf die Mieter umlegen können. Ökologische Gründe waren nur für wenige Vermieter (31 Prozent) bei ihrer Entscheidung ausschlaggebend.Wer verzichtete, nannte meist fehlende Dringlichkeit (64 Prozent), mangelnde Nachfrage seitens der Mieter (21 Prozent) oder Kosten (17 Prozent). Wie die Umfrage weiter zeigt, stammt der Immobilienbestand privater Vermieter überwiegend aus den Jahren 1949 bis 1978 sowie 1979 bis 1994 – hier herrscht in aller Regel energetischer Sanierungsbedarf.