Es ist beschlossen: Die gelbe Tonne kommt für die Münchner Haushalte. Die Verhandlungen zwischen dem Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) und den dualen Systemen sind abgeschlossen, die Abstimmungsvereinbarung ist unterzeichnet. Nach dem Pilotversuch und dem Stadtratsbeschluss war bereits 2025 die Einführung der gelben Tonne beschlossen worden. Welches Unternehmen vom kommenden Jahr an den Auftrag für die Sammlung der Leichtverpackungen in München erhält, soll dann voraussichtlich Ende Juli 2026 feststehen. In diesem Zuge stehen noch einige Fragen offen. In einigen deutschen Großstädten wie Berlin, Hamburg und Köln gibt es bereits seit Jahren gelbe Tonnen.Die ersten Tonnen werden dann voraussichtlich sogar schon von November 2026 an aufgestellt, in der Innenstadt sollen die Behälter aus Platzgründen später kommen. Gesammelt wird nicht direkt von der AWM, sondern von einem privaten Entsorgungsunternehmen. Die neuen Tonnen wird es in vier Größen geben: 120, 240, 770 und 1100 Liter - letztere sind die fast quadratischen Sammelcontainer vor Mehrfamilienhäusern.Wer bekommt die gelbe Tonne?Das ausgewählte Entsorgungsunternehmen ist verpflichtet, allen Haushalten eine gelbe Tonne anzubieten. Nach Angaben des AWM sollen diese flächendeckend überall dort bereitgestellt werden, wo bereits Restmülltonnen stehen. Verpflichtend sind sie nicht, es gibt keine sogenannte Anschlusspflicht. Falls keine gelbe Tonne erwünscht ist, muss sie durch den Entsorger wieder abgeholt werden. Die schwarzen Tonnen werden damit nicht ersetzt - diese sind verpflichtend.Was gehört in die gelbe Tonne?Entsorgt werden sollen hier Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien, sogenannte „Leichtverpackungen“ also, die nicht aus Papier, Karton oder Glas bestehen. Beispiele hierfür sind Joghurtbecher, Luftpolsterfolie, Konservendosen, Milch- und Getränkekartons und Shampooflaschen. Die Verpackungen müssen entleert, aber nicht zwingend gespült sein. Nicht in die Tonne gehören biologische Abfälle; zudem sollten keine Batterien, Akkus und Leuchtmittel sowie größere Gegenstände wie Spielzeug oder Sperrmüll entsorgt werden.Wo sollen die gelben Tonnen stehen?Diese Frage ist momentan noch offen. In manchem Mülltonnenhof dürfte es eng werden. Der AWM verweist darauf, dass die Anwohnerinnen und Anwohner bei Bedarf Tonnen mit Nachbarn teilen könnten. Geleert werden sollen die Tonnen alle zwei Wochen. Zur Abholung müssen die beiden kleineren gelben Tonnen am Gehweg aufgestellt werden, wobei laut AWM Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden dürfen. Die Behältnisse dürfen frühestens am Vorabend der Abholung ab 18 Uhr hinausgestellt werden und sind spätestens am Entleerungstag bis 18 Uhr wieder zum Stellplatz zurückzubringen.Derzeit stapeln sich in den Münchner Straßen noch gelbe Säcke - aber nicht mehr lange. Viktoria SpinradWas kostet das Ganze?Grundsätzlich trägt sich das System erst einmal selbst. Die Dualen Systeme refinanzieren sich über Lizenzgebühren, die Hersteller verpackter Waren zahlen. Solange sie frei zugänglich sind, fallen die beiden größeren Tonnensorten mit den vier Rädern unter den sogenannten Vollservice. Die Tonnen werden dabei von den Entsorgungsfirmen vom Standplatz abgeholt, geleert und anschließend wieder zurückgebracht. Zusätzliche Kosten könnten jedoch entstehen, wenn Standplätze nur unter erschwerten Bedingungen erreichbar sind – etwa unter Einsatz von Schlüsseln, Gurten, Rampen oder Zugeinrichtungen. Welche Regelung für die kleineren Behälter auf zwei Rollen gefunden wird, muss sich noch zeigen.Was passiert mit den Wertstoffinseln?Die Glascontainer sollen bestehen bleiben, die Container für Kunststoff an Wertstoffinseln werden durch die neue Tonne vollständig ersetzt. Genau das gehört zur Grundidee der Umstellung: In der Stadt sollen weniger Container stehen, die bisweilen Münchner anlocken, die alles von Waschmittelflaschen bis Buggys kreativ neben den Containern abstellen und die Stadt so nicht zwingend schöner machen.An wen können Anwohnerinnen und Anwohner sich bei Fragen wenden?Der künftige Auftragnehmer ist laut der Vereinbarung dazu verpflichtet, die Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig und umfassend zu informieren – etwa über Aufstellungszeiträume, Abhol- und Entleerungstermine, die richtige Befüllung der gelben Tonnen sowie Service- und Kontaktangebote. Alle Informationen müssen auf der Website des Unternehmens bereitstehen. Zudem soll vor der Erstverteilung eine kostenlose Service-Hotline für Fragen und Beschwerden eingerichtet werden.