Die geplante europäische digitale Identitäts-Wallet (EUDI) ist in Deutschland bislang kaum bekannt. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom haben 52 Prozent der Bevölkerung noch nie von der digitalen Brieftasche gehört. Weitere 18 Prozent kennen zwar den Begriff, wissen aber nicht, was sich dahinter verbirgt. Nur 20 Prozent geben an, die EUDI-Wallet zu kennen, 5 Prozent können sie nach eigener Einschätzung gut erklären.
Aufgrund der Ergebnisse der Umfrage sieht Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst dringenden Handlungsbedarf: „Die EUDI-Wallet ist eine der bedeutendsten Innovationen dieser Jahre – eine sichere digitale Identität für alle Europäerinnen und Europäer. Die EUDI-Wallet sollte zum Standard werden und dafür brauchen wir jetzt eine breite Aufklärungskampagne.“
Die EUDI-Wallet (European Digital Identity Wallet) soll Bürgern ab dem 2. Januar 2027 ermöglichen, Identitätsnachweise und andere Dokumente auf dem Smartphone zu speichern und bei Bedarf vorzulegen. Bereits mehr als 100 Unternehmen haben sich in einem Memorandum of Understanding des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung und Bitkom angeschlossen und wollen die Entwicklung gemeinsam vorantreiben. Dazu zählen etwa Personalausweis, Führerschein oder Zeugnisse, aber auch Verträge oder Versicherungsnachweise. Technisch setzt das Konzept auf digital signierte Nachweise („Verifiable Credentials“), die sich gezielt weitergeben lassen – etwa um das Alter zu bestätigen, ohne das genaue Geburtsdatum offenzulegen.









