Die Einführung der digitalen Brieftasche zählt zu den wichtigsten Vorhaben von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU). Sie ist europäisch vorgeschrieben und soll zum Jahreswechsel in nationalen Varianten in allen Mitgliedstaaten starten, in Deutschland am 2. Januar.
In der sogenannten Eudi-Wallet sollen künftig digitale Ausweise, Nachweise und Verträge gespeichert werden können. Das Projekt gilt als zentraler Baustein für die Digitalisierung von Verwaltungs- und Identitätsprozessen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor. Die Wallet sollen zum digitalen Schlüssel bei vielen Services werden: Mit ihr sollten Nutzerinnen und Nutzer etwa Konten eröffnen, Versicherungen abschließen oder Carsharing-Angebote nutzen.
Fast die Hälfte der Deutschen kann sich vorstellen, die geplante digitale Brieftasche zu nutzen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag von SZ Dossier hervor. Demnach können sich 47 Prozent der Befragten vorstellen, die sogenannte Eudi-Wallet künftig zu nutzen. 41 Prozent lehnen eine Nutzung ab, zwölf Prozent machten keine Angabe.
„Rechte wollen eine Analogie zum Impfpass und Corona ziehen“
Die Bereitschaft zur Nutzung unterscheidet sich deutlich zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen – und auch die Parteipräferenz beeinflusst die Haltung zur digitalen Brieftasche. Besonders hoch ist die Zustimmung unter Anhängerinnen und Anhängern der Grünen mit 64 Prozent. Es folgen Wählerinnen und Wähler der Union mit 58 Prozent, der Linken mit 52 Prozent sowie der SPD mit 48 Prozent. Deutlich geringer fällt die Akzeptanz unter AfD-Anhängern aus. Dort können sich lediglich 27 Prozent eine Nutzung vorstellen.






