Das lebendige Erinnern an die Schicksale jüdischer Menschen ist mehr als eine historische Pflicht - es ist ein fundamentaler gesellschaftlicher Auftrag für die Gegenwart. Während die Geschichte der Ausgrenzung weit zurückreicht, bleibt die Epoche des Nationalsozialismus ein beispielloser Zivilisationsbruch. Diese Zeit greifbar zu machen, ist die Kernaufgabe von Yad Vashem, der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem. Die dortige Ausstellung vermittelt das Grauen eindrucksvoll anhand unzähliger Originaldokumente der Täter aus Behörden und NS-Organisationen, privaten Tagebüchern sowie der Korrespondenz jüdischer Institutionen. Ergänzt wird dieses historische Fundament durch Berichte, die ab 1945 gesammelt wurden, sowie durch mehr als 130.000 persönliche Videointerviews und Zeugnisse von Überlebenden der Shoah.

„Wenn man das sieht, bekommt man Gänsehaut“, sagt Dr. Sven Trautmann-Meincke vom Leipziger Referat für Internationale Kooperationen bei seinem Besuch in der israelischen Gedenkstätte. Den exzellenten Kontakten seines Teams ist es nicht unwesentlich zu verdanken, dass das neue Education Center künftig in Leipzig angesiedelt sein wird. Die sächsische Messestadt setzte sich im Auswahlverfahren der israelischen Delegation durch, eine Außenstelle -neben dem Hauptstandort in München- zu bekommen. Das Fundament hierfür bildet eine jahrelang gepflegte, enge Partnerschaft mit der Jüdischen Gemeinde zu Leipzig, dem Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus sowie direkt mit Partnern in Israel. „Wir sind wie eine Familie. Wir machen unsere Arbeit nicht, weil es eine Verpflichtung ist, sondern weil wir sie leben“, betont Dr. Gabriele Goldfuß, Leiterin des Referats für Internationale Zusammenarbeit.