Ein Zugticket bei der Deutschen Bahn zu buchen, kann einem heutzutage den letzten Nerv rauben. Dabei wollte ich nur von Berlin nach Aschersleben. Allerdings muss ich zu einer bestimmten Zeit dort sein, um elf Uhr vormittags nämlich, und damit fangen die Probleme an.

Es gibt eine Verbindung, die mich um kurz nach zehn zum Ziel bringen könnte, fast eine Stunde vor der Zeit. Die Betonung liegt jedoch auf dem Konjunktiv, denn wir kennen ja die Neue Deutsche Bahn. Das ist die, auf die man sich nicht verlassen kann. Diese Verbindung nämlich sieht ein zweimaliges Umsteigen vor, einmal in Lutherstadt Wittenberg, einmal in Dessau. Das ist schon mal ganz schlecht. Denn die Umsteigezeiten belaufen sich auf einmal sieben, einmal 13 Minuten. In der Neuen Deutschen Bahn ist das äußerst knapp, der Verbindungsverlust fast schon programmiert.

Es wird mir ein Variante angezeigt, mit Umstieg in Magdeburg. Elf Minuten. Nein, danke. Man ist mittlerweile einfach zu verängstigt für so was, man hat zu oft schon auf glühenden Kohlen gesessen und um den Anschlusszug gebangt, hat Sprints hingelegt, von denen man gar nicht wusste, dass man sie noch drauf hat. Manchmal schaffte man es fast. Der Zug rollte gerade an, als man das Gleis erreichte. Man sah ihn noch, man konnte ihn sogar noch berühren, und doch war er unerreichbar.