Die Komplettsperre des Brennerpasses für den Transitverkehr ist seit 11.00 Uhr in Kraft. Die Sperre dauert auf österreichischer Seite bis 19.00 Uhr, auf italienischer Seite bis 20.00 Uhr. Sie gilt für die Brenner-Autobahn und sämtliche Nebenstrecken. Anlass der Sperre ist eine Protestaktion auf der Brenner-Autobahn. Dort wollen Bewohner der Region gegen die Verkehrsflut demonstrieren. Fast elf Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen haben 2025 laut Autobahnbetreiber Asfinag die mautpflichtige Autobahn benutzt. Damit ist die Strecke die verkehrsreichste Nord-Süd-Verbindung der Alpen. Arbeiter sperren die Brennerautobahn. © REUTERS/Christian Mang Die Polizei hatte dazu aufgerufen, Tirol während der Sperre weiträumig zu umfahren. Damit soll ein Verkehrschaos vermieden werden. In den Stunden vor der Sperre war der Verkehr praktisch problemlos über den Brenner und durch Tirol gerollt. Verkehrsexperten sprachen von einer überraschend ruhigen Verkehrslage.Kurz vor der Sperre der Brenner-Route im österreichischen Bundesland Tirol berichteten die Autofahrerclubs ÖAMTC und ADAC wie auch die Polizei in Bayern über eine überraschend entspannte Verkehrslage. „Es ist im Moment ruhiger als sonst“, sagte ein ÖAMTC-Sprecher mit Blick auf Pfingst-Reisewochenenden in den Vorjahren. Die Stau-Experten hatten damit gerechnet, dass viele Reisende versuchen würden, Tirol noch Samstagfrüh zu durchfahren, kurz bevor die Sperre am Vormittag in Kraft tritt. Auch auf bayerischer Seite war es ruhig. „Bis jetzt läuft der Verkehr“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Es könne sein, dass viele nach den Warnungen „zum Glück“ tatsächlich nicht gefahren seien. „Wir sind als Polizei immer skeptisch, wenn es ruhig ist – aber im Moment sind wir vorsichtig optimistisch. Wir sind froh, dass niemand unnötig im Stau steht.“Auch in der Nacht sei der Verkehr ganz normal ruhig geflossen. Behörden und Polizei hatten nicht ausgeschlossen, dass viele schon nachts fahren würden, um vor der Sperre über den Brenner zu kommen. Auch beim ADAC hieß es: „Wir haben im Moment keine Staus zu verzeichnen.“ Der Autoclub ist extra mit Stauberatern und einem Staubeobachtungsflugzeug unterwegs. Südtirol bereitet sich auf mögliches Verkehrschaos vor Zuvor hatte der Zivilschutz in Südtirol seine Aufmerksamkeit erhöht. „Diese Brenner-Blockade ist in Kombination mit diesem Rückreisewochenende zweifelsohne ein Moment von Zivilschutzrelevanz“, sagte der Chef der Agentur für Bevölkerungsschutz, Klaus Unterweger, dem Sender Rai Südtirol. Die Aufmerksamkeitsstufe sei deswegen erhöht worden.Die Verkehrspolizei in Südtirol hat ihre Präsenz deutlich verstärkt. Auch eine intensivere Überwachung entlang der Brennerachse war angekündigt. Von unnötigen Reisen auf der Strecke wurde dringend abgeraten. Viele Urlauber haben Abreise angepasst Auf italienischer Seite dürfen Fahrzeuge ab Sterzing nicht mehr weiter. „Diese Fahrzeuge müssen wir dann in Sterzing ableiten von der Autobahn und sie bestmöglich im Gebiet dann verteilen und ihnen die Geduld abverlangen, dass sie wieder bis zum Abend abwarten, um dann ihre Fahrt fortführen zu können“, sagte Hartmann Reichhalter vom Betreiber der Brennerautobahn A22.Viele Reisende in Südtirol haben ihren Urlaub angesichts der Sperre angepasst und sind entweder schon am Freitag abgereist oder planen die Abreise in den kommenden Tagen, um einem möglichen Verkehrschaos auszuweichen. Die Behörden gehen deshalb davon aus, dass das Verkehrsaufkommen an den Tagen nach der Blockade ebenfalls hoch sein wird. Autofahrer müssten auch dann mit deutlichen Verzögerungen rechnen, hieß es. (dpa/AFP)