Wegen einer Demonstration wird der Brenner in Österreich am kommenden Samstag, 30. Mai, gesperrt. Von 11 bis 19 Uhr gibt es dort für Autos und Motorräder kein Durchkommen auf der Fahrt von und nach Italien. Für Lastwagen gilt die Sperre bereits ab 9 Uhr. Sie betrifft nicht nur die Autobahn, sondern auch die Bundesstraße und Nebenstrecken. (Aktuelle Informationen hier .)Damit ist die wichtigste Nord-Süd-Verbindung der Alpen zeitweise unpassierbar. Initiiert hat den Protest der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger. Als Grund für die geplante Blockade nennt er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa die Verkehrsflut am Brenner. Von den rund 15.000 Bewohnern des Wipptales lebten viele in unmittelbarer Nähe der Autobahn und Bundesstraße und litten unter Lärm, Feinstaub und diversen Beeinträchtigungen durch die häufigen Staus.Fast elf Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen nutzten laut Autobahnbetreiber Asfinag 2025 die mautpflichtige Autobahn. Der Lkw-Verkehr wuchs seit 2010 um rund 40 Prozent. Seit Inbetriebnahme der Brennerautobahn in den Sechzigerjahren hat sich das Verkehrsaufkommen fast versiebenfacht.Bislang waren Demonstrationen gegen den drohenden Verkehrskollaps auf dieser Strecke nicht erlaubt. Das Landesverwaltungsgericht Tirol entschied nun anders: »Eine Untersagung der Demonstration gegen eine hohe Verkehrsbelastung mit einer hohen Verkehrsbelastung zu begründen, führt im Grunde die Versammlungsfreiheit ad absurdum«, heißt es in dem Richterspruch. Es sei Sinn der Versammlungs- und Meinungsfreiheit, aufzurütteln und zu provozieren, was auch für die Allgemeinheit unangenehm sein könne.In der betroffenen Region ist jeglicher Transitverkehr in dem Zeitraum verboten. Erlaubt sei lediglich Ziel- und Quellverkehr, so Bürgermeister Mühlsteiger. Das bedeute: Wer in einem Ort zum Beispiel im Stubaital ein Hotel gebucht habe und das nachweisen könne, dürfe die Sperre passieren. Radfahrer können die Landstraße zum Brenner benutzen.
Gericht erlaubt Brenner-Blockade: Alpen-Verbindung acht Stunden gesperrt
Viel Geduld müssen Kraftfahrer am kommenden Samstag auf dem Weg von und nach Italien mitbringen. Der Grund ist eine außergewöhnliche Gerichtsentscheidung.














