Mit welchen Worten kann man ihn beschreiben, den prestigeträchtigen Zug vom Typ SVT 18.16, der unter anderem als „Vindobona“ von Berlin über Dresden und Prag nach Wien fuhr? Gediegen und edel trifft es möglicherweise, was da in der Sonne gelb und rot schon von Weitem herübergrüßt. Mitte Mai steht einer der Kultzüge auf dem Gelände der VIS Verkehrs Industrie Systeme GmbH im sachsen-anhaltinischen Halberstadt. Demnächst soll er nach Radebeul bei Dresden überführt werden, wo er sein neues „Zuhause“ bekommt. Er ist ein Schmuckstück, ein Stück DDR-Industriekultur, das derzeit mit großem Aufwand und einer riesigen Portion Enthusiasmus vieler Menschen dem Vergessen entrissen wird. Und es ist ein Beweis dafür, dass die DDR unter schwierigen Bedingungen in der Lage war, anspruchsvolle und repräsentative Projekte auf die Beine zu stellen. Das Ganze wird vom Bund, dem Freistaat Sachsen und dem Land Sachsen-Anhalt mit rund fünf Millionen Euro gefördert.

„Wir wollen den Zug zum Laufen bringen“

Die SVT Görlitz gGmbH als gemeinnützige Organisation kümmert sich um die Wiederinbetriebnahme des historischen Zuges. Sie wurde im Jahr 2019 ins Leben gerufen. Ihr erklärtes Ziel ist, einen originalen SVT 18.16 wieder fahrfähig werden zu lassen. Mario Lieb ist der Geschäftsführer. Der umtriebige Mann hat eine kaufmännische Ausbildung und ist bei der DB InfraGo beschäftigt. Einen Tag pro Woche widmet er dem SVT 18.16 und leitet das Projekt mit Unterstützung durch die entsprechenden Fachleute. Er sagt: „Wir wollen den Zug zum Laufen bringen.“ Wie anspruchsvoll das Ganze ist, zeigen seine Worte, wenn er ergänzt: „Unser Motor hat mehr Teile als eine Dampflok.“