Mehrere Notenbanker der Federal Reserve denken laut über Erhöhungen des Leitzinses in den USA nach. Auch die Fed-Vizechefin Michelle Bowman hält eine Straffung für möglich – viel hänge dabei vom Irankrieg und dessen Folgen ab.

30.05.2026, 11.25 Uhr

Umdenken: Auch Fed-Vizechefin Michelle Bowman schließt eine Zinserhöhung in diesem Jahr nicht mehr aus

Mehrere Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) haben am Freitag weitere Zinserhöhungen ins Spiel gebracht. Ein solcher Schritt könnte notwendig werden, falls der Irankrieg zu einem anhaltenden Anstieg der ohnehin hohen Inflation führt, hieß es. Die ​Finanzmärkte wetten derzeit darauf, dass die Fed ihren Leitzins von derzeit 3,50 bis 3,75 Prozent bis zum Jahresende anheben wird. Vor dem Beginn des von den ‌USA und Israel begonnenen Krieges hatten die Notenbanker noch eine Zinssenkung erwogen. Der Konflikt hat jedoch zu massiven Störungen der Lieferketten und einem Anstieg der Energiepreise geführt.

Selbst die als geldpolitisch locker geltende Fed-Vizechefin für Bankenaufsicht, Michelle Bowman (55), schließt eine Straffung inzwischen nicht mehr aus. Es sei noch zu früh, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Irankonflikts zu bewerten, sagte sie auf einer Konferenz in Island. Sollten die Störungen jedoch bis weit in die ​zweite Jahreshälfte andauern, könnte sich dies breiter auf die Inflation auswirken. In diesem Fall würde sie ihre Einschätzung der Risikobilanz überdenken.