Der Deutsche Filmpreis ist traditionell ein Abend deutschen Mode-Elends. Zwischen dem ewig gleichen Schwarz der Herren-Smokings und den mitunter fragwürdigen Tüll-und Pailletten-Eskapaden einiger Newcomerinnen sucht das geschulte Auge nach dem einen Red Carpet-Moment, der hängenbleibt. Am gestrigen Freitagabend im Palais am Funkturm gehörte dieser Moment zweifelsohne Collien Fernandes.Als Collien Fernandes das Blitzlichtgewitter im Palais am Funkturm betrat, sahen die Fotografen und Journalisten nicht nur eine prominente Frau in einem weißen Jumpsuit des Berliner Labels Kaviar Gauche. Sie sahen eine Überlebende digitaler Gewalt, die sich nach den erschütternden Enthüllungen der vergangenen Monate die Deutungshoheit über ihr eigenes Bild zurückeroberte.
Collien Fernandes bei der Verleihung des deutschen Filmpreises 2026. Die Frage nach dem „Ja?“ ist tiefgründiger, als die Ziersteinchen der Clutch vermuten lassen.
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Es war ihr erster großer öffentlicher Auftritt, seit im März bekannt wurde, dass sie ihren Ex-Mann Christian Ulmen wegen Identitätsdiebstahls und der Verbreitung von gefälschtem, intimem Material angezeigt hat. Die Wahl ihres Outfits war dabei alles andere als Zufall. Der makellos weiße Jumpsuit strahlte Klarheit, Neuanfang und Stärke aus. Doch das eigentliche Zentrum ihres Looks trug sie in der Hand: eine glitzernde Clutch mit der deutlichen Aufschrift „Oui?“.











