Feminismus im Mittelalter: Der Traum des Lebens ohne Männer

Christine de Pizan entwirft schon 1405 die Utopie einer Stadt für Frauen. Und legt damit einen der frühsten Grundsteine des Feminismus.

Christine de Pizan setzt der Abwertung von Frauen eine fiktionale Stadt entgegen, die eine Festung gegen Frauenhass sein soll

Heinz-Dieter Falkens/imagebroker/imago

M an stelle sich eine Stadt vor, die nur Frauen gehört. Hohe Mauern versperren Männern den Zutritt und bieten eine Zuflucht vor dem Patriarchat. Im Inneren der Stadt: eine egalitäre Gesellschaft, in der Frauen, denen Gewalt angetan wurde, nicht beschämt, sondern geschützt werden. 1405 entwirft Christine de Pizan in „Le Livre de la Cité des Dames“, zu Deutsch „Das Buch von der Stadt der Frauen“, diese Vision einer radikal anderen, matriarchalen Welt.