Uno-Bericht: In Konfliktgebieten nimmt sexuelle Gewalt stark zu – Vorwürfe gegen Israel und RusslandEin Uno-Bericht legt schockierende Details zum Anstieg sexueller Gewalt in Konfliktregionen offen – und sorgt für heftige Reaktionen aus Israel.29.05.2026, 18.42 Uhr2 LeseminutenEine Palästinenserin läuft an einem durch einen israelischen Luftangriff zerstörtem Gebäude vorbei.Mahmoud Issa / Reuters(dpa) Laut einem Bericht der Vereinten Nationen hat der Einsatz von sexueller Gewalt in Konflikten deutlich zugenommen. Der Bericht umfasse insgesamt 21 Konfliktregionen und dokumentiere 9788 Fälle sexueller Gewalt – eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.«2025 ist die Zahl der dokumentierten Fälle von sexueller Gewalt, eingesetzt als Kriegstaktik, Folter, Terrorismus und politische Repression, dramatisch angestiegen. Die Fälle waren durch extreme Brutalität gekennzeichnet und richteten sich überwiegend gegen Frauen und Mädchen», sagte Pramila Patten, Sonderbeauftragten des Uno-Generalsekretärs für sexuelle Gewalt in Konflikten, in New York.Russland und Israel neu auf ListeIsrael wirft der Bericht sexuelle Gewalt gegen Palästinenser vor. Die Liste der Misshandlungen umfasse etwa «Vergewaltigungen, auch mit Gegenständen, Gruppenvergewaltigungen, versuchte Vergewaltigungen, körperliche Gewalt gegen die Genitalien, gezielte Schüsse auf die Genitalien», heisst es in dem noch unveröffentlichten Dokument. Das israelische Aussenministerium sprach von «haltlosen Anschuldigungen» ohne faktische Grundlage.Die Vereinten Nationen hätten 2025 mehrere Fälle konfliktbezogener sexueller Gewalt verifiziert, heisst es in dem Bericht. Betroffen gewesen seien 14 Männer, 7 Frauen, 9 Jungen und 1 Mädchen aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland. «Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen, in einigen Fällen wiederholt, wurden an neun Opfern verübt, von denen die Mehrheit aus dem Gazastreifen stammte.»Der Bericht führt die israelischen Sicherheitskräfte auf einer Liste jener Akteure auf, die glaubhaft verdächtigt werden, in bewaffneten Konflikten systematisch Vergewaltigungen oder andere Formen sexueller Gewalt begangen zu haben. Auch Russland ist darin neu aufgeführt. 2025 seien 310 Fälle sexueller Gewalt verifiziert worden, 52 davon hätten im selben Jahr stattgefunden. Darunter seien etwa Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigung und Genitalverstümmelung. Unter den Opfern seien 280 Männer, 26 Frauen und 4 Mädchen.Israel: falsche Symmetrie mit sexuellen Greueltaten der HamasDas israelische Aussenministerium sprach von einer «beschämenden und absurden» Entscheidung, mit der versucht werde, «eine falsche Symmetrie zwischen Israel und den tatsächlichen sexuellen Greueltaten der Hamas herzustellen». Auch die Hamas ist auf der Liste zum wiederholten Male aufgeführt.Israels Aussenministerium warf den Vereinten Nationen nun zugleich «langjährige, institutionalisierte Feindseligkeit» gegenüber Israel vor. Auch die israelische Uno-Vertretung in New York reagierte empört auf die Anschuldigungen und gab am Donnerstag bekannt, den Kontakt mit dem Generalsekretariat der Vereinten Nationen unter Guterres abzubrechen. Der Sprecher des Generalsekretärs, Stéphane Dujarric, erklärte, man habe aus den sozialen Netzwerken von der israelischen Entscheidung erfahren und sei jederzeit bereit für Gespräche.Passend zum Artikel