Einem afroamerikanischen Todeskandidaten im Südstaat Mississippi bleibt die Giftspritze vorerst erspart. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten entschied am Donnerstag für ein Bundesgericht, das das Urteil gegen Terry Pitchford aufgehoben hatte, nachdem seine Verteidiger der Staatsanwaltschaft Rassismus bei der Auswahl der Geschworenen während des Strafprozesses im Jahr 2006 vorgeworfen hatten. Der Ankläger Doug Evans hatte damals vier von fünf möglichen afroamerikanischen Geschworenen bei der Auswahl der Jury vor Prozessbeginn entlassen. Wie der Supreme Court jetzt feststellte, verstießen Bezirksstaatsanwaltschaft und Gericht aber gegen eine frühere Entscheidung des Obersten Gerichtshofs.Die Entscheidung Batson v. Kentucky aus dem Jahr 1986 verlangt auch bei der Ablehnung von Geschworenen ohne Angabe von Gründen, sogenannten Strikes, zum Schutz vor Ablehnung wegen der Hautfarbe ein dreistufiges Verfahren. Das Gericht im Bezirk Grenada hatte Pitchfords Verteidigern während des Mordprozesses vor 20 Jahren aber nicht die Möglichkeit gegeben, die dritte Stufe des Batson-Verfahrens, die durch die Staatsanwaltschaft in der zweiten Stufe dargelegten, angeblich nicht auf der Hautfarbe basierenden Gründe der „strikes“ zu widerlegen, anzuwenden. Eine Jury aus elf Weißen und einem Afroamerikaner hatte Pitchford in dem Bezirk Grenada, in dem fast vier von zehn Bewohnern schwarz sind, später zum Tode verurteilt.Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass der damals Achtzehnjährige im November 2004 gemeinsam mit seinem Freund Eric Bullins ein Lebensmittelgeschäft bei Grenada überfallen hatte. Während des Überfalls erschoss Bullins den weißen Betreiber Reuben Britt. Der bei dem Verbrechen 16 Jahre alte Bullins einigte sich mit der Staatsanwaltschaft später auf 20 Jahre Haft. Gegen Pitchford wurde Mordanklage erhoben. Trotz der ersten Rassismusvorwürfe gegen Bezirksstaatsanwalt Evans im Jahr 2007 blieb das Todesurteil gegen Pitchford bestehen. Nach verschiedenen Berufungsverfahren erreichte der Fall des Vierzigjährigen schließlich den Supreme Court in Washington. Ob Pitchford nach der Entscheidung am Donnerstag freikommt oder ob Mississippi ihn abermals vor Gericht stellt, blieb vorerst offen.
USA: Oberstes Gericht verwirft Todesurteil für schwarzen Häftling
Terry Pitchford, Häftling im US-Bundesstaat Mississippi, bleibt die Giftspritze vorerst erspart. Der Oberste Gerichtshof stellte fest, dass ein Gericht bei der Auswahl der Geschworenen einen Fehler gemacht hatte.











