Studierende leiden offenbar verstärkt unter perfektionistischen Ansprüchen: Diese steigen seit rund 35 Jahren, besonders stark aber seit den frühen Nullerjahren. Das hat ein Forscherteam aus Großbritannien und Kanada herausgefunden. Demnach nehme besonders der wahrgenommene soziale Druck für junge Menschen zu. Er verstärke Sorgen und Zweifel bezüglich möglicher eigener Fehler und Handlungen.
Für ihre Untersuchung, die im Fachblatt »Psychological Bulletin« veröffentlicht wurde, wertete das Forschungsteam 307 Langzeit-Untersuchungen unter insgesamt mehr als 82.000 Studierenden aus den USA, Kanada und Großbritannien aus.Die Fachleute definieren Perfektionismus als »übertrieben hohen Standard, begleitet von harscher Selbstkritik«. Der Untersuchung zufolge empfinden Studierende ihr Umfeld zunehmend als übermäßig anspruchsvoll – und verlangen dann mehr von sich selbst. Diese Entwicklung gehe oft mit »zunehmender Unentschlossenheit, Unsicherheit und Angst vor Fehlern« einher.
Schlechte Wirtschaft befeuert DruckDie Forscher fanden heraus, dass ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf mit einem stärkeren Streben nach Perfektion einherging. Eine wachsende Ungleichheit war mit einem stärkeren Anstieg von Ängsten verbunden.Eine schlechte wirtschaftliche Lage im Land kann sich demnach auf den Perfektionismus junger Menschen auswirken, so die Studienautoren. Junge Menschen würden sich dann eher gezwungen fühlen, sich noch mehr anzustrengen und sich gleichzeitig noch mehr Sorgen zu machen.












