PfadnavigationHomePanoramaKurz vor SchulbeginnZwei Kinder sind tot – 16-Sekunden-Herzstillstand war der Auslöser für die Tragödie von DinslakenStand: 16:02 UhrLesedauer: 2 MinutenKurz nach dem Unfall: Ein Fahrrad liegt auf der StraßeQuelle: Fabian Strauch/dpaAm Mittwoch ist eine 47-Jährige in drei Schüler auf Rädern gefahren, zwei starben. Nun liegt die Auswertung des sogenannten Ereignisrekorders vor – und damit wohl auch die Ursache für den Unfall.Die Autofahrerin, die am Mittwochmorgen in Dinslaken mit ihrem Wagen in eine Gruppe von Schülern gefahren ist, hatte nach Erkenntnissen der Ermittler einen 16-sekündigen Herzstillstand. Das hat nach dpa-Informationen aus Polizeikreisen die Auswertung eines sogenannten Ereignisrekorders ergeben, den die Frau implantiert hatte. Die Polizei geht davon aus, dass der Herzstillstand ursächlich für den Unfall war.Mehr von WELT in der Google-Suche: WELT als Medium bevorzugenDie Frau hatte laut Staatsanwaltschaft bereits im Mai vergangenen Jahres wegen eines plötzlichen Ohnmachtsanfalls am Steuer einen Unfall verursacht. Danach sei ihr das Gerät eingesetzt worden. Ein Ereignisrekorder überwacht die Herzaktivität kontinuierlich. Zur Frage des Herzstillstands wollte die Staatsanwaltschaft Duisburg am Freitag keine Angaben machen.Die 47-Jährige war am Morgen kurz vor Schulbeginn mit ihrem Auto in eine Gruppe von drei zwölfjährigen Jungen gefahren – Schüler des Dinslakener Otto-Hahn-Gymnasiums, die auf Fahrrädern auf dem Weg zum Unterricht waren. Zwei der Zwölfjährigen wurden so schwer verletzt, dass sie später im Krankenhaus starben. Der Dritte erlitt nur leichte Verletzungen und musste nicht im Krankenhaus behandelt werden.Gegen die Autofahrerin wird laut Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Laut der zuständigen Führerscheinstelle beim Kreis Wesel durfte die 47-Jährige trotz des ersten Unfalls Auto fahren. „Nach eingehender und abschließender Auswertung der erforderlichen medizinischen Unterlagen bestand keine rechtliche Grundlage zum Entzug der Fahrerlaubnis oder zur Erteilung von Auflagen“, so eine Sprecherin.Die Stadt Dinslaken hat derweil mit einer Gedenkminute und Trauerbeflaggung ihre Anteilnahme gezeigt. „Wohin man auch schaut – überall drehen sich die Gespräche um den furchtbaren Unfall“, sagte Bürgermeister Simon Panke in einer Video-Botschaft. „Ein Schock ist durch Dinslaken gegangen.“An der Gedenkminute um 09.15 Uhr hätten die gesamte Stadtverwaltung, die 19 Schulen der Stadt und viele Betriebe teilgenommen. „Es war sehr still im Rathaus und in der Stadt“, sagte eine Sprecherin. „Sogar der Gärtner vor dem Rathaus hat das Rasenmähen unterbrochen und innegehalten.“ dpa/jm