Die Autofahrerin, die am Mittwochmorgen in Dinslaken mit ihrem Wagen in eine Gruppe von Schülern gefahren ist, hatte nach Erkenntnissen der Ermittler einen 16-sekündigen Herzstillstand. Das hat nach dpa-Informationen aus Polizeikreisen die Auswertung eines sogenannten Ereignisrekorders ergeben, den die Frau implantiert hatte. Die Polizei geht davon aus, dass der Herzstillstand ursächlich für den Unfall war. „Bild“ hatte zuvor berichtet.Die Frau hatte laut Staatsanwaltschaft bereits im Mai vergangenen Jahres wegen eines plötzlichen Ohnmachtsanfalls am Steuer einen Unfall verursacht. Danach sei ihr das Gerät eingesetzt worden. Ein Ereignisrekorder überwacht die Herzaktivität kontinuierlich. Zur Frage des Herzstillstands wollte die Staatsanwaltschaft Duisburg am Freitag keine Angaben machen.Gegen die Autofahrerin wird laut Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Laut der zuständigen Führerscheinstelle beim Kreis Wesel durfte die 47-Jährige trotz des ersten Unfalls Auto fahren. „Nach eingehender und abschließender Auswertung der erforderlichen medizinischen Unterlagen bestand keine rechtliche Grundlage zum Entzug der Fahrerlaubnis oder zur Erteilung von Auflagen“, so eine Sprecherin. Stadt kündigt weitere Unterstützung an Indessen hat die Stadt Dinslaken weitere Unterstützung angekündigt. Die betroffene weiterführende Schule werde unter anderem durch verstärkte Schulsozialarbeit, schulpsychologische Betreuung und Seelsorge begleitet, schrieb Bürgermeister Simon Panke (SPD) bei Facebook. „Die ganze Schule braucht jetzt aber vor allem auch Zeit und Ruhe zur Aufarbeitung, dies gilt speziell für die Klassenkameraden der verstorbenen Kinder.“Auch für andere betroffene Bürger stellte der Bürgermeister Hilfe in Aussicht. Nahe der Unfallstelle an der Schule hätten Augenzeugen an einem Kiosk den Unfall mitansehen müssen. Sie würden psychologisch betreut, teilte die Polizei zuvor mit. Die Erstmeldung kam von einem Polizisten, der an der Kreuzung den Verkehr regelte. Kerzen und Blumen liegen auf einem Parkplatz an der Unfallstelle. © dpa/Fabian Strauch Wer den Unfall beobachtet habe und seelsorgerische Unterstützung gebrauchen könne, dürfe sich gerne bei der Feuerwehr melden, teilte der Bürgermeister mit. Den betroffenen Familien sprach Panke sein Beileid aus. „Für sie ist das Schlimmste eingetreten, was überhaupt passieren kann.“ Auch bei ihren Freunden, Mitschülern und Lehrkräften seien Schock und Schmerz riesig. Unfallhergang: Kinder auf Fahrrädern unterwegs Die Autofahrerin fuhr in eine Gruppe von drei Jungen, die auf Fahrrädern offensichtlich auf dem Weg zur Schule waren. Zwei Zwölfjährige wurden so schwer verletzt, dass sie später im Krankenhaus starben. Der Dritte, ebenfalls ein zwölf Jahre alter Junge, erlitt leichte Verletzungen. Die 47 Jahre alte Autofahrerin wurde schwer verletzt.Bei dem Unfall kurz vor Schulbeginn am Mittwochmorgen um 7.45 Uhr war die Autofahrerin offensichtlich nicht langsam unterwegs. Sie sei erst mit den Jungen kollidiert, dann sei ihr Auto in drei geparkte Wagen hineingeschleudert und habe sie erheblich beschädigt, sagte ein Polizeisprecher.Ob sie inzwischen vernommen werden konnte, wollte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Duisburg am Mittwoch zunächst nicht sagen. Eine Befragung der Frau sei am Mittwochmorgen noch nicht möglich gewesen, daher sei der Unfallhergang unklar, sagte ein Polizeisprecher einem dpa-Reporter am Unfallort. Neben der Polizei schaltete sich schnell die Staatsanwaltschaft in die Ermittlungen ein. Ein spezialisiertes Unfall-Ermittlerteam untersuchte den Unfallort. Minister reagieren bestürzt „Das sind furchtbare Nachrichten aus Dinslaken. Zwei Kinder sind auf dem Weg zur Schule aus dem Leben gerissen worden“, teilte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) mit. „Nach unseren jetzigen Informationen durch einen tragischen Unfall. Für die Familien ist von einer Sekunde auf die andere nichts mehr, wie es war. Ihnen gilt mein tiefes Mitgefühl.“NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) zeigte sich betroffen. „Wir werden die Schulen mit allem unterstützen, was uns möglich ist“, sagte die Politikerin. Sie trauere mit den Familien, den Freunden und Bekannten und allen Menschen an den betroffenen Schulen. (dpa)