„FROST“ haben IT-Forscher einen Angriff auf die Privatsphäre mittels Vermessen von SSD-Zugriffszeiten genannt. Webbrowser können etwa ausforschen, welche Webseiten Nutzer besucht haben.
Die Forscher nutzen dabei hochauflösende Timer, die im Webbrowser heutzutage verfügbar sind, schreiben sie in ihrem Paper. Bei ihrem Seitenkanalangriff schicken sie Dateien über die „Origin Private File System“-API (OPFS) in JavaScript auf eine SSD und lesen diese zurück. Durch die damit erzeugte Last auf dem Laufwerk entstehen Verzögerungen, wenn andere Anwendungen ebenfalls auf die SSD zugreifen. Diese messen die Angreifer und nutzen sie, um Muster zu erkennen. Dafür haben die Forscher eine Möglichkeit gefunden, den Page-Cache des Betriebssystems zu umgehen, was ihnen direkte Messungen der SSD-Zugriffszeiten ermöglicht.
Das passiert alles innerhalb der Browser-Sandbox – ohne Benutzerinteraktion und ohne, dass lokale Programme gestartet werden müssten, direkt aus dem Webbrowser heraus. Die Angriffe haben sie unter Linux und macOS ausgetestet. Ihr verdeckter Kanal leitete unter Linux etwa 660 Bit pro Sekunde und unter macOS 892 Bit pro Sekunde aus. Damit konnten sie unter macOS mit hohen Wahrscheinlichkeiten bestimmen, auf welche Webseiten die User zugegriffen haben (88,95 Prozent), die zugegriffenen Apps sogar mit 95,83 Prozent.










