PfadnavigationHomePolitikAuslandDrohneneinschlag in Rumänien„Der friedliche Schlaf ist vorbei“ – Medwedjew droht Europäern mit weiteren Drohnen-VorfällenStand: 15:48 UhrLesedauer: 3 MinutenIn Rumänien ist eine Drohne eingeschlagen. Experten sind sich einig, dass es sich um einen russischen Flugkörper handelt. Eine mögliche Absicht kann nicht unterstellt werden. „Sie könnte dort hingelenkt oder von der Flugabwehr abgelenkt worden sein“, sagt Drohnenexpertin Ulrike Franke.Nach dem Drohneneinschlag in Rumänien verschärft sich der Ton: Ex-Kremlchef Medwedjew droht, Europas Bürger würden nicht mehr ruhig schlafen. Der Westen verurteilt dagegen die russische Eskalation.Nach dem Einschlag einer Drohne in ein Wohnhaus in Rumänien nahe der Grenze zur Ukraine hat der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedjew, die europäischen Staaten vor weiteren Vorfällen gewarnt. Es herrsche Krieg, und die Bürger der EU-Staaten würden nicht mehr ruhig schlafen können, erklärt der Ex-Präsident. Mehr von WELT in der Google-Suche: WELT als Medium bevorzugenEs müsse zwar noch geklärt werden, wem die in Rumänien abgestürzte Drohne gehöre. Die europäischen Politiker sollten sich jedoch nicht empören, da sie sich direkt an einem Krieg gegen Russland beteiligten. Solche Vorfälle würden sich weiter ereignen, insbesondere dort, wo Drohnen für die Ukraine hergestellt würden, so Medwedjew. Zudem kündigt das russische Außenministerium eine rasche Reaktion auf die Schließung des russischen Konsulats im rumänischen Constanța durch die Regierung in Bukarest an.Auf X wandte sich Medwedjew direkt an die „Bürger der EU-Länder“. Er warf den europäischen Regierungen vor, „einseitig“ einen Krieg mit Russland begonnen zu haben. „Der friedliche Schlaf ist vorbei.“Eine mit Sprengstoff beladene russische Drohne vom Typ Geran schlug in der Nacht zum Freitag auf dem Dach eines zehnstöckigen Wohnblocks in der ostrumänischen Stadt Galati ein, nahe den Grenzen zur Ukraine und der Republik Moldau. Sie durchbrach das Dach und löste in der direkt darunter liegenden Wohnung einen Brand aus. Eine 53 Jahre alte Bewohnerin und ihr 14-jähriger Sohn erlitten dabei leichte Brandwunden. Die Drohne kam im Zuge von russischen Angriffen in der Region des nahe gelegenen ukrainischen Donau-Hafens Reni, berichteten Vertreter des Verteidigungsministeriums. Vom rumänischen Staatspräsidenten Nicușor Dan hieß es nach einer Krisensitzung, die Drohne sei Teil eines Schwarms von 43 Flugobjekten gewesen.Merz: „Wir sind bereit, jeden Zentimeter des alliierten Territoriums zu verteidigen“Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte den Drohneneinschlag scharf. Der Vorfall zeige „einmal mehr Russlands Bereitschaft zur Eskalation“, erklärte Merz im Online-Dienst X. Deutschland stehe an der Seite seiner Nato-Verbündeten. „Wir sind bereit, jeden Zentimeter des alliierten Territoriums zu verteidigen“, hieß es in der englischen Version der Mitteilung, die Russland zudem ein „rücksichtsloses Eindringen“ in Rumäniens Staatsgebiet vorwarf.Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte vor Journalisten in Berlin, der Vorfall zeige erneut, „dass wir die Drohungen an der Ostflanke ernst nehmen müssen“. Eine Sprecherin des Außenministeriums betonte, der Drohneneinschlag gebe nur weiteren Anlass, „unsere europäische Verteidigung in der Nato weiter zu stärken“. Generell werde sich Deutschland von Russlands Kurs einer Eskalation „nicht einschüchtern lassen“.Auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte verurteilte das Vorgehen Russlands scharf. „Das rücksichtslose Verhalten Russlands ist eine Gefahr für uns alle“, erklärte Rutte auf der Online-Plattform X nach einem Telefonat mit dem rumänischen Präsidenten Dan. Der Vorfall zeige erneut, dass die Auswirkungen des illegalen russischen Angriffskrieges nicht an den Grenzen Halt machten. Als Folge des Einschlags hat der rumänische Präsident Dan das höchste Verteidigungsgremium seines Landes zusammengerufen. Zudem wurde der russische Konsul in der Hafenstadt Konstanza ausgewiesen und das Konsulat geschlossen. Auch Frankreich forderte vom russischen Botschafter Aufklärung über den Einschlag einer Drohne in ein Wohngebäude in Rumänien. Der Diplomat ist wegen russischer Angriffe auf die Ukraine ohnehin einbestellt, wie Außenminister Jean-Noël Barrot im Sender France Inter sagt. Barrot bezeichnet den Vorfall in Rumänien als verantwortungslos.Reuters/dpa/AFP/kami