Preise lenken das Verhalten von Konsumenten, eine Binsenweisheit der Ökonomie, allenfalls Anhänger einer vom Staat gelenkten Wirtschaft misstrauen ihr. Noch stärkeren Reiz aber übt Geld aus, das einem geschenkt wird oder für dessen Erhalt kaum mehr getan werden muss, als die verschollene PIN für den Personalausweis zu suchen. Mithin nicht überraschend ist der Ansturm auf die Prämie, die das Bundesumweltministerium für die Anschaffung eines Elektroautos ausgerufen hat. 17.000 Menschen, heißt es, haben allein in den ersten 24 Stunden einen Antrag gestellt.Uns kam dabei eine Szene aus dem meisterhaften Roman „Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow in den Sinn. Die Handlung spielt zu Stalins Lebzeiten, der neue Mensch ist ausgerufen, Besitz sollte keine Rolle mehr spielen. Die neue Elite Moskaus besucht ein Varietétheater, als die Vorstellung durch luziferischen Einfluss eine Wendung nimmt: Aus der Kuppel des Saals regnen Geldscheine auf die Zuschauen hinab, ein jeder versucht etwas abzubekommen und einzustecken. Später findet sich in den Taschen allerdings nur wertloses Papier und allerhand Getier. Ganz ähnlich könnte es jenen gehen, die sich nun über Staatsgeschenke freuen.Nicht weil Elektroautos schneller kaputtgehen, das tun sie nicht. Sondern weil der während des Einkaufs niedrigere Preis auch den späteren Wiederverkaufswert mindert. Dementsprechend steht dann weniger Geld für die Anschaffung eines neuen Wagens zur Verfügung. Und knapper wird das verfügbare Einkommen zudem, der Staat muss die drei ausgelobten Milliarden schließlich wieder einnehmen. Vermutlich durch höhere Steuern. Oder durch Schulden, die über Umwege auch auf die finanzielle Kraft des Bürgers durchschlagen. Etwa indem Zuschüsse für den öffentlichen Verkehr zusammengestrichen werden müssen. Oder das Fahren auf der Autobahn dann mautpflichtig wird.
Kaufprämie für Elektroautos wird teuer
Die Freude über die neue Kaufprämie für Elektroautos ist groß, zumindest unter den Nutznießern. Doch das jetzt gesparte Geld könnte bald schon wieder verloren sein.









