PfadnavigationHomePanoramaNeuer BestwertUS-Läufer erklimmt Mount Everest in unter zehn Stunden – Rekordversuch sorgt für DiskussionenStand: 01:15 UhrLesedauer: 3 MinutenIn weniger als zehn Stunden auf den höchsten Punkt der Erde: Tyler Andrews sorgt für Diskussionen in der Bergsteiger-SzeneQuelle: Pasang Rinzee Sherpa/AP/dpaDer US-Trailrunner Tyler Andrews hat den Mount Everest in weniger als zehn Stunden vom Basislager bis zum Gipfel bestiegen und damit einen alten Rekord unterboten. In der Bergsteiger-Szene wird die Leistung als beeindruckend, aber schwer vergleichbar diskutiert.Wieder hat es am Mount Everest einen Rekordversuch gegeben. Der US-Trailrunner Tyler Andrews hat nach Angaben der Internet-Fachseite ExplorersWeb den Weg vom Basislager zum Gipfel auf rund 8.850 Metern über dem Meeresspiegel in weniger als zehn Stunden absolviert. Er habe damit den bisherigen Rekord von Lakpa Gelu Sherpa von 2003 um eine gute Stunde unterboten, hieß es. Die Leistung sorgt in der Bergsteiger-Szene für Aufmerksamkeit – wirft aber auch die Frage nach der Vergleichbarkeit solcher Bestzeiten auf.„Natürlich ist es eine sehr beeindruckende Leistung, den Everest - auch mit Flaschensauerstoff – in dieser Zeit vom Basislager bis zum Gipfel zu besteigen“, sagte Billi Bierling, Leiterin des Archivs Himalayan Database, der Deutschen Presse-Agentur. „Die meisten Menschen benötigen dafür allein vom Lager 4 auf 7950 Metern bis zum Gipfel ähnlich lange.“ Einen Geschwindigkeitsrekord am Berg unter Verwendung von Flaschensauerstoff könne man aber nicht mit einem Rekord in einem Stadion vergleichen.Viele Faktoren beeinflussen die LeistungSowohl die Höhe, ab der man Sauerstoff benutze, als auch die Durchflussrate machten einen großen Unterschied. „Zudem denke ich, dass man als Athlet einen solchen Rekord ohne Flaschensauerstoff bestreiten sollte“, ergänzte Bierling, die selbst einige Achttausender ohne Flaschensauerstoff bestiegen hat. Die gefühlte Höhe reduziere sich mit dem Sauerstoff stark, sodass Flaschensauerstoff ein leistungsförderndes Mittel sei.Eine Besteigung des Mount Everest ohne diesen zusätzlichen Sauerstoff sei eine der größten Herausforderungen, die nur wenigen Menschen gelinge. Auch Andrews hatte das nach eigenen Angaben mehrfach versucht, aber jedes Mal abbrechen müssen.Lesen Sie auch„Mich hat es immer motiviert, als Sportler an meine eigenen Grenzen zu gehen, und der Aufstieg zum Gipfel in 9:55 Stunden (und der Rückweg in 16:32 Stunden) ist eine der härtesten Sachen, die ich je gemacht habe“, zitierte ExplorersWeb den Extremsportler nach der Rückkehr.Das Archiv Himalayan Database dokumentiert seit den 1960er Jahren möglichst alle Himalaya-Expeditionen in Nepal. Bierling sagte, sie habe selbst noch nicht mit Andrews gesprochen. Nach den Angaben auf ExplorersWeb habe er schon ab Lager 2 auf 6.400 Metern Flaschensauerstoff mit einer Flow Rate von vier Litern pro Minute benutzt. Lhakpa Gelu, der knapp elf Stunden brauchte, habe erst ab Lager 4 Flaschensauerstoff benutzt. Die Flow Rate sei nicht bekannt, da die Himalayan Database sie nicht erfasse, aber damals seien zwei oder höchstens drei Liter pro Minute üblich gewesen.Route verändert sich jedes JahrZudem verändert sich die Route am Berg jedes Jahr. Erfahrene Expeditionsleiter und Bergsteiger hätten ihr berichtet, dass besonders der Khumbu Eisbruch in diesem Jahr sehr „schnell“ sei. Im Vergleich zu anderen Jahren habe es demnach deutlich weniger Leitern gegeben, und die Route soll sehr direkt gewesen sein.Am Everest, an dem sich in der Hauptsaison Menschenschlangen zum Gipfel schieben, sei nun schon Ende der Saison. Andrews könnte weitgehend allein gewesen sein, also nicht blockiert von anderen Bergsteigern. „Am 20. Mai war das anders. Da waren 274 Menschen unterwegs und es gab an der Hillary Step wohl Wartezeiten bis zu drei Stunden.“Bierling hob im Austausch mit der dpa zudem eine andere Höchstleistung des Jahres hervor: „Das beeindruckendste, was ich dieses Jahr am Everest gesehen habe, war Bartek Ziemskis Skiabfahrten vom Lhotse und vom Everest, die er jeweils alleine und ohne Flaschensauerstoff bestiegen hat.“dpa/ceb
Neuer Bestwert: US-Läufer erklimmt Mount Everest in unter zehn Stunden – Rekordversuch sorgt für Diskussionen - WELT
Der US-Trailrunner Tyler Andrews hat den Mount Everest in weniger als zehn Stunden vom Basislager bis zum Gipfel bestiegen und damit einen alten Rekord unterboten. In der Bergsteiger-Szene wird die Leistung als beeindruckend, aber schwer vergleichbar diskutiert.
Tyler Andrews (USA) bestieg den Mount Everest vom Basislager bis zum Gipfel in 9:55 Stunden und unterbot damit den Rekord von Lhakpa Gelu Sherpa aus 2003 um rund eine Stunde. Die Vergleichbarkeit ist jedoch eingeschränkt: Andrews nutzte Flaschensauerstoff bereits ab Lager 2 mit 4 l/min – deutlich früher und höher dosiert als der bisherige Rekordhalter.











