Am Dienstagabend habe das deutsche Flottendienstboot »Oste« den Fehmarnbelt erreicht, es ist mit moderner Technik zur Signalaufklärung ausgestattet und soll neben der Stammcrew auch Cybersoldaten an Bord haben. Die automatische Identifikationsanlage (AIS) soll die Besatzung abgeschaltet haben, sodass das Schiff nicht in den einschlägigen Tracking-Apps sichtbar war.Nachdem Mitte Mai bekannt wurde, dass ein russischer Zerstörer vor der Insel Fehmarn lag, äußerte sich ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums. Man gehe davon aus, dass Russland mit seinen Kriegsschiffen die eigenen Schiffe der »Schattenflotte« überwachen wolle, so der Sprecher. Über diese versucht Moskau seit Jahren, einen von westlichen Unterstützern der Ukraine eingeführten Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen. Zudem steht die Schattenflotte in Verdacht, für Sabotageaktionen gegen Unterwasserinfrastruktur genutzt zu werden.

Immer wieder russische Kriegsschiffe in der OstseeBerlin zeigte sich von der Präsenz russischer Kriegsschiffe in den Gewässern nicht überrascht. »Im Bereich Fehmarn in der Ostsee, Skagerrak und am Finnischen Meerbusen sind kontinuierlich russische Kriegsschiffe zu beobachten«, erklärte der Ministeriumssprecher. Dies werde teilweise auch als Gegenreaktion zu Nato-Operationen wie »Baltic Sentry« gesehen.