Berlin/Paris (dpa) - Nachfahren des französischen Historikers Marc Bloch (1886-1944) erhalten sieben Bücher zurück, die während der Nazizeit beschlagnahmt wurden. Das teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz anlässlich der feierlichen Restitution in der französischen Botschaft in Berlin am Donnerstagabend mit. Bloch war als Mitglied der Résistance am 16. Juni 1944 von der Gestapo hingerichtet worden.Auf Wunsch der Erbengemeinschaft werden alle in Deutschland wiedergefundenen Bücher an die Bibliothèque Halphen der Universität Sorbonne in Paris übergeben. Sie hat die Aufgabe, die Werke von Bloch aufzunehmen, die während der Besatzungszeit wegen antisemitischer Gesetzgebung enteignet wurden und heute identifiziert sind. Bloch war einst an der Sorbonne Professor.Mehrere deutsche Bibliotheken waren an der Restitution der sieben Bücher aus Blochs Bibliothek beteiligt: Vier Bücher stammen aus der Berliner Staatsbibliothek, zwei Bände aus der Frankfurter Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg und ein Exemplar aus der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz.Blochs Bibliothek umfasste knapp 7.000 BücherDie Bibliothek von Marc Bloch umfasste knapp 7.000 Bände. Sie wurde im Dezember 1941 von den deutschen Besatzern in Blochs Pariser Wohnung beschlagnahmt. Seine Familie bemühte sich um eine Rückgabe der Bücher. Zwischen 1948 und 1950 erhielten die Kinder Blochs und seiner Frau insgesamt 2.144 Bände zurück. Weitere 500 bis 700 Bände blieben verschollen.Bloch galt als einer der renommiertesten Historiker Frankreichs im 20. Jahrhundert. Er war Professor unter anderem auch in Straßburg, Clermont-Ferrand und Montpellier. Wegen seiner jüdischen Abstammung durfte Bloch in der Besatzungszeit nicht mehr lehren. Er zog auf sein Landhaus in Südfrankreich und schloss sich dort 1943 einer Résistance-Gruppe an.© dpa-infocom, dpa:260528-930-142760/1
Résistance-Mitglied Marc Bloch: Familie erhält Bücher zurück
Berlin/Paris (dpa) - Nachfahren des französischen Historikers Marc Bloch (1886-1944) erhalten sieben Bücher zurück, die während der Nazizeit beschlagnahmt wurden. Das teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz anlässlich der feierlichen Restitution in der französischen Botschaft in Berlin am Donnerstagabend mit. Bloch war als Mitglied der Résistance am 16. Juni 1944 von der Gestapo hingerichtet worden.Auf Wunsch der Erbengemeinschaft werden alle in Deutschland wiedergefundenen Bücher an die Bibliothèque Halphen der Universität Sorbonne in Paris übergeben. Sie hat die Aufgabe, die Werke von Bloch aufzunehmen, die während der Besatzungszeit wegen antisemitischer Gesetzgebung enteignet wurden und heute identifiziert sind. Bloch war einst an der Sorbonne Professor.Mehrere deutsche Bibliotheken waren an der Restitution der sieben Bücher aus Blochs Bibliothek beteiligt: Vier Bücher stammen aus der Berliner Staatsbibliothek, zwei Bände aus der Frankfurter Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg und ein Exemplar aus der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz.Blochs Bibliothek umfasste knapp 7.000 BücherDie Bibliothek von Marc Bloch umfasste knapp 7.000 Bände. Sie wurde im Dezember 1941 von den deutschen Besatzern in Blochs Pariser Wohnung beschlagnahmt. Seine Familie bemühte sich um eine Rückgabe der Bücher. Zwischen 1948 und 1950 erhielten die Kinder Blochs und seiner Frau insgesamt 2.144 Bände zurück. Weitere 500 bis 700 Bände blieben verschollen.Bloch galt als einer der renommiertesten Historiker Frankreichs im 20. Jahrhundert. Er war Professor unter anderem auch in Straßburg, Clermont-Ferrand und Montpellier. Wegen seiner jüdischen Abstammung durfte Bloch in der Besatzungszeit nicht mehr lehren. Er zog auf sein Landhaus in Südfrankreich und schloss sich dort 1943 einer Résistance-Gruppe an.© dpa-infocom, dpa:260528-930-142760/1
Sieben 1941 in Paris beschlagnahmte Bücher des Historikers Marc Bloch (1944 von der Gestapo erschossen) werden durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz an die Bibliothèque Halphen der Sorbonne restituiert. Von Blochs knapp 7.000 Bänden bleiben trotz Rückgabe-Bemühungen seit 1948 noch 500–700 Bände verschollen.







