Neue Runde im Streit um die Doktorarbeit von Saskia Ludwig. Hat sie abgeschrieben oder nicht? Der Ausgang des Vorprüfungsverfahrens ist derzeit noch völlig offen. In den kommenden Tagen soll die Universität Potsdam nach Informationen dieser Zeitung jedoch eine Entscheidung darüber treffen, wie es weitergeht. Wir haben mit Saskia Ludwig gesprochen.

Frau Ludwig, die Universität Potsdam gab vor etwa zehn Monaten bekannt, dass es bei Ihrer Doktorarbeit einen Anfangsverdacht für ein Plagiat gegeben habe. Hat sich dieser Verdacht in der Zwischenzeit bestätigt? Sie spielen wahrscheinlich auf das dpa-Pressestatement des Präsidenten der Universität Potsdam, Genossen Oliver Günther, an, der im Juli 2025 für seine sozialdemokratischen Parteifreunde Schützenhilfe leisten wollte. Frauke Brosius-Gersdorf hatte ihre Kandidatur für das Bundesverfassungsgericht zu diesem Zeitpunkt noch nicht zurückgezogen. Gleichzeitig nahm der Widerstand gegen die Professorin aus Potsdam wegen ihrer freiheitsfeindlichen Positionen bei der Grundrechtsauslegung – Stichwort: Corona-Impfzwang – zu.

Und wie ging es dann weiter, wie ist jetzt der aktuelle Stand? Wurde die Arbeit bereits abschließend fachlich geprüft? Für die Unterstützer von Brosius-Gersdorf an der Uni Potsdam stand das Urteil offenbar bereits einen Tag nach der Anfrage der FAZ im Sommer 2025 fest: Der Titel von Saskia Ludwig muss um jeden Preis aberkannt werden! Dem entgegenstand jedoch eine Satzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis aus dem Jahr 2022, verfasst von einem Professor derselben Fakultät, der zugleich zu den Erstunterzeichnern der Pro-Brosius-Gersdorf-Kampagne der Uni Potsdam gehörte.