Die Deutsche Bank sieht sich auf ihrer ersten Präsenz-Hauptversammlung seit fünf Jahren mit Kritik von Investoren sowie Protesten konfrontiert. Nach einem Rekordgewinn im ersten Quartal sieht Vorstandschef Christian Sewing (56) das größte deutsche Geldhaus zwar auf einem guten Weg und will die Bank an die europäische Spitze führen.
Fondsgesellschaften mahnten am Donnerstag angesichts geopolitischer Risiken jedoch eine strikte Kostendisziplin an und kritisierten die geplante Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge. Zudem wurde das Treffen von einem Tarifkonflikt bei der Tochter Postbank und Protesten von Umweltaktivisten begleitet.
Verdi weitet Warnstreiks bei Postbank ausDie Gewerkschaft Verdi weitete dazu die Warnstreiks bei der Postbank aus und rief für Donnerstag zu einer Demonstration am Frankfurter Messegelände auf. Der bis Samstag dauernde Ausstand betrifft den Filialvertrieb und die Callcenter. Verdi fordert unter anderem 8 Prozent mehr Gehalt und kritisierte, dass von den Rekordgewinnen vorwiegend die Aktionäre profitierten.
Raus aus dem virtuellen Raum: Die erste Präsenz-Hauptversammlung der Deutschen Bank seit fünf Jahren wurde von Demonstrationen begleitet
Vorstandschef Sewing zeigte sich ungeachtet der Kritik zuversichtlich. Bis zum Jahr 2028 peilt er eine Eigenkapitalrendite von mehr als 13 Prozent und Erträge von rund 37 Milliarden Euro an. „Eine Eigenkapitalrendite von 13 Prozent ist für uns die Untergrenze – wir trauen uns deutlich mehr zu“, sagte der Bankchef.Mehr Geld für AktionäreDie Aktionäre sollen von der positiven Entwicklung durch höhere Ausschüttungen profitieren. Für das abgelaufene Jahr schlägt der Vorstand eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor, zudem läuft ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von einer Milliarde Euro. Ab 2026 soll die Ausschüttungsquote von 50 auf 60 Prozent des Konzerngewinns steigen.











