Die amtierende Präsidentin Venezuelas ist häufiger im Visier der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA. Die US-Regierung hat Staatsanwälte in Miami nun offenbar stillschweigend angewiesen, keine strafrechtlichen Ermittlungen gegen Delcy Rodríguez einzuleiten, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete.

Diese beruft sich auf Angaben aktueller und ehemaliger US-Strafverfolgungsbeamter. »Allen wurde gesagt, sie sollten sich zurückhalten«, sagte einer der ehemaligen Beamten.Die Beseitigung der Gefahr einer möglichen Anklage, wenn auch nur vorübergehend, entlastet Rodríguez, da die Trump-Regierung bestrebt ist, mit der amtierenden Regierungschefin zusammenzuarbeiten, um Venezuela nach Maduros Sturz zu stabilisieren und das Land für US-Investitionen zu öffnen.

Ölreserven für die USA seit Entführung von Maduro immer greifbarerIn den vergangenen Monaten haben die USA die Sanktionen gegen Rodríguez aufgehoben und sie als Venezuelas alleinige Staatschefin anerkannt. Das ermöglicht es ihr, die Beziehungen zu westlichen Banken wiederherzustellen und freier mit US-Investoren zusammenzuarbeiten, die wiederum Zugang zu den weltweit größten Erdölreserven suchen.

Präsident Donald Trump lobte Rodríguez als »großartige Person«, kurz nachdem das US-Militär Maduro und seine Frau nach New York gebracht hatte, wo ihnen Anklagen wegen Drogenhandels vor einem Bundesgericht drohen. Beide haben sich für nicht schuldig erklärt.