PfadnavigationHomePolitikDeutschlandKritik an CSU-RichtungNach Webers kontroversem Pfingstbrief schaltet sich ein Söder-Vertrauter einStand: 10:01 UhrLesedauer: 3 MinutenECP-Chef Manfred Weber Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpaIst es ein Frontalangriff oder ein Impuls? Der Pfingstbrief von CSU-Vize Manfred Weber findet sowohl Kritiker als auch Unterstützer für einzelne Punkte. Nur Markus Söder hält sich mit einer Reaktion zurück.Lob und Gegenwind: Die Reaktionen auf den Pfingstbrief von CSU-Vizechef Manfred Weber fallen gemischt aus. Mit einem Schreiben richtete er sich vor wenigen Tagen an zahlreiche Mandatsträger und forderte eine ernsthaftere und am Gemeinsinn orientierte Politik. Auf fünf Seiten äußerte Weber seine Bedenken über den Parteikurs, indirekt damit auch am Kurs des Parteivorsitzenden Markus Söder. „Es waren die besten Jahre für die CSU, als wir nicht dem Zeitgeist gefolgt sind, sondern unseren Überzeugungen“, hieß es zum Beispiel. Auch WELT berichtete über den Brief.Während Söder sich mit einer Reaktion zurückhält, sei aus seinem Umfeld zu hören, dass man Webers Brief nur aus der Zeitung kenne, schreibt der „Merkur“ unter Berufung auf eigene Informationen. Deutliche Worte findet hingegen der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Hoffmann: „Ich nehme wahr, dass viele in der Partei diesen Brief als unglücklich empfunden haben“, sagte er dem „Merkur“.„Für den Erfolg der Hightech-Agenda Bayern werden wir heute aus anderen Ländern bewundert, sie war Vorbild für die Hightech-Agenda, die wir jetzt im Bund umsetzen“, lobte Hoffmann Söders Arbeit im Freistaat. Weber hatte in seinem Brief, den er „Impuls zum Nachdenken“ nannte, geschrieben: Es reiche nicht, allein eine Hightech-Agenda 2.0 aufzulegen.Lesen Sie auchHoffmann widersprach Weber auch in einem weiteren Punkt: „Sehr wohl“ sei „die Idee einer europäischen Armee“ auf dem Parteitag diskutiert worden – „aber mit deutlicher Mehrheit anders bewertet“. Stattdessen würde man „auf ein Zusammenwachsen der Armeen Europas, bei der wir Fähigkeiten teilen, um gemeinsam stärker zu werden“, setzen. Laut „Merkur“ wohl direkt an den EVP-Chef Weber gerichtet, sagte Hoffmann: „Die Delegierten erwarten, dass Europa seine Hausaufgaben macht und nicht immer neue Fragen an sich zieht. Anregungen sind immer willkommen, aber öffentliche Briefe, in denen einer den anderen erklärt, was in deren Bereich besser laufen sollte, bringen die CSU nicht voran.“Auch der bayerische Wissenschaftsminister und ehemalige CSU-Generalsekretär Markus Blume schießt gegen Weber. „Die CSU lässt sich aus der Brüsseler Ferne offensichtlich nicht wirklich verstehen“, sagte er dem „Merkur“. Wer – wie Weber – „‚Miteinander‘ öffentlich einfordert und zugleich die eigene Partei belehrt, widerlegt sich schon durch die Form“, sagte Blume. Bayern sei „nicht mit Stuhlkreisen groß geworden, sondern mit kraftvollen Zukunftsoffensiven“.Neben Kritik auch Zustimmung für WeberDoch nicht jeder sieht das Schreiben Webers kritisch. Die oberbayerische CSU-Bezirksvorsitzende Ilse Aigner signalisierte vorsichtige Zustimmung. Auch der Parteinachwuchs sah in einzelnen Punkten wertvolle Ansätze. Er teile Webers Einschätzung, „dass wir als Volkspartei noch stärker gefordert sind, Brücken zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu bauen“, sagte der bayerische JU-Chef Manuel Knoll dem „Merkur“.„Als Antwort auf die Stigmatisierungen, mit denen extreme Parteien ihr Geschäftsmodell betreiben, müssen wir als Union vor allem integrativ wirken.“ Die Bürger bräuchten „ein Grundvertrauen, dass wir als CSU mit einem klaren Kurs sicher durch unruhige Gewässer steuern“.Der ehemalige CSU-Chef, Erwin Huber versteht Webers Kritik nicht als Frontalangriff, eher als „Denkanstoß“, schreibt „BR24“. Diskussionen innerhalb der Partei seien notwendig: „Wenn wir tolle Erfolge hätten, gäbe es keinen Anlass zur Kritik“, sagte Huber weiter. „Die Bürger haben die bisherige Form von CSU-Politik, jedenfalls bei der Kommunalwahl, nicht bestätigt.“jm
Kritik an CSU-Richtung: Nach Webers kontroversem Pfingstbrief schaltet sich ein Söder-Vertrauter ein - WELT
Ist es ein Frontalangriff oder ein Impuls? Der Pfingstbrief von CSU-Vize Manfred Weber findet sowohl Kritiker als auch Unterstützer für einzelne Punkte. Nur Markus Söder hält sich mit einer Reaktion zurück.














