Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist zu sicherheitspolitischen Gesprächen in Ottawa eingetroffen. In der kanadischen Hauptstadt wartet ein volles Programm: Gespräche mit seinem kanadischen Pendant David McGuinty über die Sicherheitslage, Rüstungskooperationen und die Ukraine-Unterstützung. Ein besonderes Augenmerk gilt der möglichen Beteiligung Kanadas an einer gemeinsamen U-Boot-Initiative mit Deutschland und Norwegen. Der Kieler Schiffbauer TKMS bewirbt sich dabei um einen milliardenschweren Auftrag.
Im Gegensatz zu früheren Reisen nach Nordamerika ist diesmal kein Besuch in Washington vorgesehen. Die Frage, ob die Terminplanung des Verteidigungsministeriums hier schlicht unglücklich war oder ob mehr dahintersteckt, stellt sich von selbst, bleibt aber öffentlich unbeantwortet.
Friedrich Merz’ Worte als Belastungsprobe
Die Reise steht vor dem Hintergrund einer politischen Verstimmung im bilateralen Verhältnis zwischen Deutschland und den USA. Es ist eine seltsame Kommunikation zwischen dem amerikanischen Präsidenten und dem deutschen Kanzler geworden: nicht miteinander, sondern übereinander. Den Anfang machte Friedrich Merz Ende April bei einer Diskussion mit Schülern im Sauerland, wo er deutliche Kritik übte an der amerikanischen Iran-Politik: „Ich erkenne im Augenblick nicht, welchen strategischen Exit die Amerikaner jetzt wählen.“










