Zum Pfingstwochenende, als Russland die Ukraine mit 600 Drohnen, 90 Raketen und dem gefürchteten Oreschnik-Raketen überzog, griff Roderich Kiesewetter wieder zur Tastatur. Der CDU-Außenpolitiker postete auf X, was er dort schon so oft gepostet hat, dass man es beinahe auswendig mitsprechen kann. Die Lieferung von Taurus sei „längst überfällig“, der Marschflugkörper „militärisch absolut sinnvoll“, „Solidaritätsbekundungen helfen nicht“. Man kennt die Melodie. Man kennt den Text. Man kennt den Interpreten.
Auch eine bemerkenswerte Angewohnheit von Kiesewetter wiederholt sich dabei: Er stellt Forderungen, ohne sich sonderlich für die Frage zu interessieren, was danach kommt. Würde Putin auf eine Taurus-Lieferung tatsächlich ungerührt mit den Schultern zucken? Oder würde er seinerseits Waffensysteme aktivieren, die er bislang noch zurückgehalten hat? Fragen, die Kiesewetter noch nie sonderlich interessiert haben.
Staatsmännische Zurückhaltung bei Friedrich Merz
Taurus wäre tatsächlich das letzte Mittel, das Deutschland noch aufbieten könnte, ein Waffensystem von erheblicher Reichweite und Präzision. Das Argument, dass alle Mittel essenziell bleiben, „um russische Kriegslogistik und Produktionsanlagen sowie Munitionslager auszuschalten, bevor Russland von dort Raketen und Drohnen auf die ukrainische Zivilbevölkerung abschießen kann“, ist nicht ohne militärische Logik. Wobei die Ukraine ja mittlerweile selbst Drohnen mit Reichweiten produziert, die im russischen Hinterland zuschlagen können.












