Kanada hat Verhandlungen mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab über die Beschaffung von Frühwarn- und Kontrollflugzeugen aufgenommen, teilte Premierminister Mark Carney laut der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch mit. Das Flugzeug mit dem als GlobalEye bekannten System basiert auf der in Kanada hergestellten Bombardier Global 6500.„Saabs GlobalEye wird eine zentrale Ressource für die kanadischen Streitkräfte sein, um Bedrohungen in der gesamten Arktis zu erkennen und abzuschrecken“, so Carney dem Bericht zufolge. Die kanadische Regierung hatte laut AP zuvor erklärt, an der Beschaffung von sechs Radarflugzeugen interessiert zu sein.

Kanada entscheidet sich gegen US-Anbieter

Die Saab-Flugzeuge sind laut AP mit leistungsstarken Radarsystemen ausgestattet und können Lagebilder über Flugzeug- und Raketenbewegungen in einem Umkreis von Hunderten von Kilometern liefern. Somit sind sie in der Lage, feindliche Aktivitäten in der Luft oder von Schiffen aus zu erkennen und Kampfflugzeuge zu ihren Zielen zu lenken.

Zur Wahl standen laut AP auch die E-7A Wedgetail des US-Flugzeugherstellers Boeing sowie die Aeris X des US-Rüstungsunternehmens L3Harris. Die Boeing-Maschine ist nach Angaben von Reuters von Verzögerungen und Kostensteigerungen betroffen. Auch die Nato erwäge derzeit eine Beschaffung des Saab-Modells anstelle von US-Varianten, berichtete AP.