Die Aufgabe von Umweltminister Carsten Schneider (SPD) scheint es zu sein, sich in Fragen der Energiepolitik als Gegengewicht zu Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zu positionieren. Reiche gibt sich als realistische Pragmatikerin, die die Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre auf dem Energiemarkt korrigieren will. Schneider spielt die Rolle des Energiewende-Schützers, eine Art Verwalter des deutschen Klimaschutz-Erbes, das Gerhard Schröder und Angela Merkel der verblichenen Ampel hinterlassen haben.

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stellte sich Schneider nun gegen den Vorschlag von Reiche, die Solarförderung auslaufen zu lassen. Die erneuerbaren Energien seien von nationalem Interesse, so Schneider, um sich in Zukunft nicht von Iran oder Russland erpressen lassen zu müssen: „Dagegen wähle ich die beste und kostengünstigste Variante: die Erneuerbaren.“ So müssten die aktuell debattierten Gesetzentwürfe sicherstellen, dass der Ausbau weitergehe und nicht langsamer oder teurer werde. Schneider: „Wenn man die Einspeisevergütung streicht oder die Entschädigung bei Abregelung, werden Investitionen aber gefährdet oder deutlich teurer.“

In diesen Sätzen offenbaren sich vier grundlegende Denkfehler, die die deutsche Energiewirtschaft nicht voranbringen. Im Gegenteil.