PfadnavigationHomeSportTennisFrench OpenChinesin verweigert deutscher Überraschungssiegerin den HandschlagStand: 15:44 UhrLesedauer: 3 MinutenEklat am Netz: Die Chinesin Wang gratuliert nicht zum Sieg, sondern stänkert weiterQuelle: Frank Molter/dpaTamara Korpatsch sorgt bei den French Open für eine Überraschung und steht erstmals in der dritten Runde eines Grand-Slam-Turniers. Ihre Gegnerin hinterlässt keinen guten Eindruck.Tennisspielerin Tamara Korpatsch hat bei den French Open ihren größten Erfolg auf der Grand-Slam-Bühne gefeiert. Die 31-Jährige überraschte mit einem 6:2, 2:6, 6:3-Sieg gegen die Chinesin Wang Xinyu und steht damit erstmals in der dritten Runde bei einem der vier Major-Turniere. Statt unbeschwert den größten Erfolg ihrer Karriere zu bejubeln, musste sie zunächst mit ihrer aufgebrachten Gegnerin diskutieren, die sich auch zuvor schon extrem unfair benommen hatte. Bei schwierigen Bedingungen mit Sonne pur und 30 Grad verwandelte die deutsche Außenseiterin nach 2:13 Stunden ihren zweiten Matchball. Nächste Gegnerin der Hamburgerin ist die Ukrainerin Jelina Switolina oder Kaitlin Quevedo aus Spanien.Aufregung gab es kurz vor Ende des ersten Satzes, als Wang eine Aus-Entscheidung nicht akzeptieren wollte. Die Chinesin diskutierte mit der Schiedsrichterin, die von ihrem Stuhl herunterkam und den Ballabdruck überprüfte. Als Wang sogar auf die Seite von Korpatsch ging und dort mit der Deutschen diskutierte, erhielt sie den Regeln entsprechend eine Verwarnung. „Da habe ich zu ihr gesagt: Ist das nicht peinlich, dass sie hier extra rüberkommt, nur weil ihre Box so einen Alarm macht?“, sagte Korpatsch später. Lesen Sie auchAnschließend schlug Wang, die körperlich nicht ganz auf der Höhe schien, eine Vorhand ins Aus, sodass Korpatsch ihren siebten Satzball nutzen konnte. Die Szene stünde sinnbildlich für Wangs „ganz, ganz schlechten Tag“, analysierte Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner bei Eurosport: „Einfach völlig daneben.“ Die Chinesin leistete sich im gesamten Match 65 unerzwungene Fehler und gab Korpatsch nach Matchende am Netz nicht einmal die Hand, stattdessen stritt und gestikulierte sie weiter. Ein Unding im Sport. Korpatsch vermisst Unterstützung vom VerbandDie schwache Leistung der Favoritin solle aber die Leistung von Korpatsch nicht schmälern, so Rittner: „Die macht das gut, die ist hellwach, die hat sich was überlegt, die spielt höhere Spinbälle, bewegt sich gut und bleibt mutig.“ Lesen Sie auchKorpatsch ist so etwas wie eine Einzelkämpferin auf der Tour. Unterstützung erhalte sie eigentlich nur von ihrer Familie, hatte sie nach ihrem Erstrundensieg in Roland Garros erzählt. „Meine Eltern und ich haben einfach alles alleine geschafft. Ich bin wirklich sehr stolz, dass ich so gut wie die einzige Spielerin bin, die es in die Top 100 geschafft hat ohne irgendwelche Hilfe“, sagte sie. Ihr Vater sei ihr Coach, ihre Mutter auch mal ihre „Besaiterin und jetzt auch Hundesitterin“, berichtete Korpatsch. Unterstützung und auch Wertschätzung vom Deutschen Tennis Bund habe sie dagegen oft „ein bisschen vermisst“.Struff gewinnt gegen Top-Ten-SpielerAm Dienstagabend hatte auch Jan-Lennard Struff für eine Überraschung gesorgt, als er sein Erstrundenmatch gegen den Weltranglisten-Zehnten Alexander Bublik aus Kasachstan mit 7:5, 6:7 (6:8), 6:4, 7:5 gewann. In der nächsten Runde trifft der 36-Jährige auf den Portugiesen Jaime Faria.„Ich bin glücklich. Es war ein toughes Match mit schwierigen Bedingungen, es war sehr warm. Überragend war die Unterstützung auf dem Court, es waren viele deutsche Fans da“, sagte Struff bei Eurosport. dpa/mel