In Italien beginnt am Donnerstagabend (28. Mai) ein Generalstreik, der den gesamten Freitag andauern soll. Daran beteiligen sich laut Ankündigungen Beschäftigte ganz unterschiedlicher Bereiche des öffentlichen Lebens – von Schulen über das Gesundheitswesen bis zum Transport. Konkret betroffen sein werden dabei neben zahlreichen Zügen des Regional- und Fernverkehrs (24 Stunden lang ab 28. Mai, 21 Uhr) auch der Flugverkehr und Fähren (jeweils von Mitternacht bis 23.59 Uhr am 29. Mai) sowie Autobahnen, etwa an Mautstellen (24 Stunden lang ab 28. Mai, 22 Uhr). Zudem wird der öffentliche Nahverkehr in Städten und Kommunen, etwa in Rom, nur eingeschränkt laufen.Auf der Website von Italiens führender Eisenbahngesellschaft Trenitalia heißt es, es könne „auch vor Beginn und nach Beendigung des Streiks zu Änderungen im Fahrplan“ kommen. Betroffene Fahrgäste können demnach eine Rückerstattung des Tickets beantragen. Für Intercity- und Frecce-Züge soll das bis zur geplanten Abfahrtszeit des Zuges möglich sein. Alternativ könne man die Reise „zu ähnlichen Beförderungsbedingungen so bald wie möglich und je nach Verfügbarkeit von Plätzen umbuchen“, heißt es. Auch Italiens staatliche Zivilluftfahrtbehörde Enac weist auf den anstehenden Streik an den Flughäfen hin. Dort ist vor allem am Freitag zwischen zehn und 18 Uhr mit Einschränkungen zu rechnen.Anlass des Generalstreiks sind Berichten zufolge steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten, niedrige Löhne, Einsparungen im Sozialbereich sowie die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt.Die Sperrung am BrennerTags drauf wird dann auch noch die Brenner-Autobahn A 13 komplett gesperrt: Am Samstag, 30. Mai, dürfen sich über viele Stunden nur Fußgänger auf der Fahrbahn aufhalten. Denn für diesen Tag ist eine Demonstration auf der Brenner-Autobahn genehmigt worden, bei der Anwohner gegen die hohe Verkehrsbelastung protestieren wollen.Die Brenner-Autobahn – hier an ihrem Beginn in Innsbruck – ist eine der wichtigsten Verkehrsadern für Reisen in den Süden. All mauritius images Travel/mauritius images / Volker PreussDeshalb wird die Autoverbindung durch das Wipptal von elf bis 19 Uhr in beide Fahrtrichtungen komplett für den Verkehr gesperrt. Am mittleren Samstag in den Pfingstferien reisen traditionell besonders viele Urlauber aus dem süddeutschen Raum nach Italien oder kehren von dort aus dem Urlaub zurück. Die für den Bau und Betrieb der österreichischen Autobahnen zuständige Gesellschaft Asfinag ist in ihren Prognosen für dieses mittlere Ferienwochenende von täglich 56 000 Fahrzeugen ausgegangen, beide Fahrtrichtungen zusammengenommen. Nun ist an einem Tag davon kein Durchkommen. Ein Überblick.Welche Straßen genau sind gesperrt?Für den Durchgangsverkehr wird der gesamte Brennerkorridor in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Neben der Brenner-Autobahn A 13 zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Grenzübergang nach Italien am Brenner ist auch die Brenner-Straße (B 182) sowie die Ellbögener Straße (L 38) für Durchreisende nicht passierbar. Für Lkws gilt an diesem Tag zudem ab neun Uhr ein Fahrverbot in ganz Tirol.Womit müssen Reisende rechnen?Die Tiroler Landesregierung empfiehlt, die Brennerroute am 30. Mai 2026 grundsätzlich zu meiden. Reisende müssten ganztägig mit Einschränkungen rechnen, nicht nur während der Vollsperrung zwischen elf und 19 Uhr. Auch davor und danach werde es voraussichtlich zu erheblichen Verzögerungen kommen. Die Landesverkehrspolizei behält sich Einschränkungen und Maßnahmen vor, etwa Zurückweisungen bereits an den Grenzübergängen von Deutschland nach Österreich, wenn die Verkehrslage dies erfordern sollte.Wie lässt sich der Brenner umfahren?Lokale Ausweichrouten gibt es nicht. Die Landesregierung in Innsbruck empfiehlt, Tirol am 30. Mai 2026 großräumig zu umfahren. Das bedeutet: entweder durch die Schweiz über die Gotthard- oder die San-Bernardino-Route, was sich vor allem für jene empfiehlt, die an die Oberitalienischen Seen wollen. Oder über den Reschenpass, um nach Südtirol, vor allem in den westlichen Teil, zu gelangen. Wobei es auf der Reschenpass-Straße ebenfalls zu Einschränkungen kommt, da zwischen Pfunds und Nauders der Verkehr wegen Bauarbeiten mit einer Ampelregelung einspurig über eine eigens errichtete Umfahrungsstraße geführt wird.Mögliche Alternativen sind außerdem die Tauern- oder Pyhrn-Autobahn für jene, die in Richtung Adria unterwegs sind. Allerdings weist die Asfinag in einer aktuellen Meldung darauf hin, dass insbesondere auf diesen beiden Ausweichstrecken „mit massiven Staus und stundenlangen Wartezeiten zu rechnen“ ist, da diese Strecken in der Ferienzeit auch ohne Umleitungsverkehr bereits überlastet seien.Weshalb ist die Strecke gesperrt?Der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, hat als Privatperson eine Demonstration in der Zeit von 13 bis 17 Uhr auf der Brennerautobahn angemeldet im Bereich der Anschlussstelle bei Matrei. Die Anwohner mehrerer Ortschaften im Wipptal wollen gegen die hohe Belastung durch den Verkehr auf dieser viel befahrenen Transitroute protestieren. Sie fordern unter anderem eine Beibehaltung der Nacht- und Feiertagsfahrverbote für Lkws sowie bessere Lärmschutzmaßnahmen durch die österreichische Autobahnbehörde Asfinag.Die Asfinag erklärt, dass das normale Verkehrsaufkommen allein für die Stunden der Sperrung bei etwa 32 000 Fahrzeugen liege. Es werden also Zehntausende Menschen von den Auswirkungen der Demonstration betroffen sein – am 30. Mai, aber auch am Tag davor und danach, worauf viele Reisende ausweichen werden.Kann es sein, dass die Demonstration noch untersagt wird?Nein. Bereits zweimal zuvor ist eine solche Protestversammlung angemeldet worden, beide Male wurde sie untersagt. Die Bezirkshauptmannschaft hatte das unter anderem mit einer „extremen, weiträumigen, langwährenden und sicherheitsgefährdenden Störung des Straßenverkehrs auf einer Schlüsselverbindung“ begründet.Im vergangenen Jahr gab dann das Tiroler Landesverwaltungsgericht einer Beschwerde von Karl Mühlsteiger statt, weil es die Versammlungsfreiheit verletzt sah. Eine Untersagung der Demonstration gegen eine hohe Verkehrsbelastung am Brenner und im Wipptal „mit einer hohen Verkehrsbelastung zu begründen, führt im Grunde die Versammlungsfreiheit ad absurdum“, entschied das Gericht. Damit liegt ein letztinstanzliches Urteil vor.Reise nach Italien:Die schönsten Pausen am BrennerReisezeit bedeutet Stauzeit am Alpenpass. Zwölf Tipps für die perfekten Zwischenstopps auf dem Weg nach Süden.Gibt es für bestimmte Fahrzeuge Ausnahmen?Nein, die Vollsperrung betrifft sämtliche motorisierte Fahrzeuge.Ist es möglich, nach Tirol anzureisen?Der sogenannte Quell- und Zielverkehr bleibt auf der Brenner-Bundesstraße erlaubt. Das bedeutet, dass nicht nur Einheimische, sondern auch Urlauber, die an diesem Tag nach Tirol anreisen oder von dort abreisen, diese Straße auch während der Sperrung nutzen dürfen. Sie müssen allerdings nachweisen, dass sie im Tiroler Wipptal oder in den Seitentälern – Gschnitztal, Navistal, Obernbergtal, Schmirntal und Valsertal – Ferien verbringen werden oder verbracht haben. Die Polizei wird mit einem großen Aufgebot Kontrollen vornehmen. Mit Verkehrsverzögerungen ist in ganz Tirol zu rechnen.Gibt es eine Rückerstattung für bereits gekaufte digitale Vignetten und Streckenmaut?Die Asfinag erstattet im Fall dieser Sperrung keine bereits entrichteten Mautgebühren und begründet das auch damit, dass sie die Sperrung weder veranlasst hat noch dafür verantwortlich ist. Allerdings besteht grundsätzlich und unabhängig von diesem Einzelfall die Möglichkeit, den Gültigkeitszeitraum einer digital erworbenen Zehn-Tages-Vignette online zu verschieben, sodass man sie zu einem späteren Zeitpunkt nutzen kann. Digitale Tickets für eine Streckenmaut, wie sie zusätzlich am Brenner erforderlich ist, behalten, einmal gekauft, ein Jahr lang ihre Gültigkeit bis zu dem Moment, an dem sie eingesetzt werden.Dieser Artikel erschien erstmals Ende April 2026 und wurde am 27. Mai 2026 aktualisiert.
Italien: Die Brenner-Autobahn wird in den Pfingstferien gesperrt – was Reisende wissen sollten
Erst Generalstreik in Italien, dann Brennersperrung in Tirol: Ende Mai stehen Italienreisenden turbulente Tage bevor.












