Die Auswirkungen des Irankriegs mit hohen Energiepreisen bremsen die Erholung der deutschen Wirtschaft – ein spürbarer Aufschwung ist nicht in Sicht. Nach der Bundesregierung und führenden Wirtschaftsinstituten senken auch die Wirtschaftsweisen in ihrem am Mittwoch präsentierten Frühjahrsgutachten ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr.

Der Sachverständigenrat erwartet nur noch ein Miniwachstum der deutschen Wirtschaft von 0,5 Prozent. Im vergangenen Herbst hatten die Ökonomen noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 0,9 Prozent gerechnet.Die Ungewissheit über die Dauer und die Auswirkungen des Irankriegs auf die deutsche Wirtschaft stellten ein „erhebliches Risiko“ für die Prognose dar, heißt es in dem in Berlin vorgestellten Gutachten.

Massive Folgen des IrankriegsDie Bundesregierung hatte vor einem Monat ihre Konjunkturprognose halbiert und erwartet in diesem Jahr ebenfalls nur ein Wachstum von 0,5 Prozent. Durch den Irankrieg ist der Schiffsverkehr in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen gekommen. In der Folge sind die Öl- und Gaspreise stark gestiegen, aber auch die Preise für andere Produkte wie Weizen und Düngemittel.

Verbraucher spüren das etwa an den gestiegenen Spritpreisen an der Zapfsäule. Die hohen Energiepreise senken die Kaufkraft der privaten Haushalte und damit den privaten Konsum, so die Wirtschaftsweisen. Bis Ende Juni gilt in Deutschland noch ein Tankrabatt. Ob er verlängert wird, ist offen.