Die Mitglieder der Samsung-Gewerkschaft haben den Kompromissvorschlag des Managements für Jahresprämien in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro pro Kopf akzeptiert. Nach Gewerkschaftsangaben sprachen sich mehr als 70 Prozent der Mitglieder dafür aus, das Angebot der Geschäftsführung anzunehmen, mit dem jüngst ein Streik bei Südkoreas größtem Konzern abgewendet worden war.Die firmenweit gültige Einigung beinhaltet eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 6,2 Prozent und die Ausschüttung von 10,5 Prozent des Unternehmensgewinns an die Belegschaft. Im Schnitt erhält demnach jeder und jede einen Bonus von etwa 509 Millionen Won (291.000 Euro). Laut Prognosen könnten aber allein die diesjährigen Boni für die Mitarbeiter der besonders profitablen Halbleiterabteilung bis zu 600 Millionen Won betragen (rund 340.000 Euro). Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter von Samsung Electronics arbeitet bei der Halbleitersparte.

Samsung hat in Südkorea rund 125.000 Angestellte. Den Bonus von 509 Millionen Won erhalten nun rund 78.000 Beschäftigte des Konzerns. Er soll in diesem Jahr ausbezahlt werden. Auch für die kommenden Jahre sind in dem Abkommen Bonuszahlungen vorgesehen, ihre Höhe hängt von der Gewinnentwicklung ab.Zuvor hatten beim weltweit größten Produzenten von Speicherchips rund 48.000 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter einen 18-tägigen Streik angedroht. Hintergrund war ein Konflikt um die Höhe von Bonuszahlungen an die Belegschaft, nachdem der Elektronikriese im Zuge des Booms rund um künstliche Intelligenz Rekordgewinne erzielt hatte. Allein der Betriebsgewinn für das erste Jahresquartal betrug 57,2 Billionen Won (knapp 33 Milliarden Euro) – in etwa das Achtfache des Vorjahreszeitraums.