Es gibt Autos, die altern. Und es gibt Autos, die werden zu Möbelstücken der Erinnerung. Der Trabant gehört zur zweiten Kategorie. Er war nie elegant, nie schnell, nie bequem, selten leise. Er war das Gegenteil eines Statussymbols und wurde genau dadurch zu einem. Ein Auto aus Duroplast und Geduld, aus Mangelwirtschaft und Familiengeschichten, aus Zweitaktgeruch, Kofferraumfantasie und dem großen Versprechen: Irgendwann kommt er. Manchmal nach zwölf Jahren.
Nun soll ausgerechnet dieser Wagen zurückkehren – nicht knatternd, nicht qualmend, nicht als rollende Feinstaub-Fabel aus Zwickau, sondern elektrisch. Der serbische Designer Nagy Perge László hat Entwürfe für einen E-Trabi vorgestellt, ein „Trabant NT Concept“, das die alte Form in die Gegenwart schieben soll. Kein Kühlergrill mehr, glatte Front, LED-Leiste, breitere Spur, bulligere Radläufe. Die Rennpappe als Fitnessstudio-Version. Trabant, aber mit Zukunftsblick. Ostalgie, aber bitte mit Ladekabel.
Das ist zunächst einmal nur eine Designstudie. Also noch kein Auto. Der Entwurf zeigt den Trabi als Kombi, mit den bekannten Linien des P601, dem typischen Heck, den vertikalen Rückleuchten, aber eben auch mit jener demonstrativen Glätte, mit der heute fast jedes Elektroauto sagen will: Ich bin nicht mehr Verbrenner, ich bin Interface.







